Tree of Codes Leading Team

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00:00:05: Neue Oper Wien.

00:00:07: Willkommen bei Klangreisen, dem Podcast der neuen Oper Wienen!

00:00:10: Mit dieser Folge schließen wir unsere dreiteilige Podcast-Reile zu Lisa Nims' Tree of Coats ab.

00:00:16: Nachdem wir zunächst mit dem Ensemble – mit dem Klang vorumwien – dann mit den Soli über dieses außergewöhnliche Werk gesprochen haben, hören wir heute was unser Leading Team von Tree Of Coats sagt und was sie davon halten.

00:00:27: Zu Gast sind nämlich Dirigentin und Intendantin Anna Sousson Regisseurin Emily Hehl, die viele unserer Hörerinnen bereits aus einem früheren Podcast kennen dürften sowie die Bühnen- und Kostümbildnerin Emma Gaudiano.

00:00:39: Gemeinsam möchten wir darüber sprechen wie man ein Werk auf die Büne bringt das sich jeder einfach an Erklärung entzieht für jede Zuschauerin und für jeden Zuschauer vielleicht etwas anderes erzählt.

00:00:50: Schön, dass ihr alle drei da seid.

00:00:51: Schön, das wir uns heute hier treffen konnten!

00:00:54: Ich möchte mit einer Frage beginnen die eher eigentlich am Ende eines Gesprächs gestellt wird.

00:01:00: ich dachte mir vielleicht ist es ganz passend zu Tree of Codes und zwar um welches übergeordnete Thema handelt es sich bei Tree Of Codes oder mit welchem übergeordneten Thema haben wir es zu tun?

00:01:13: Ich glaube, mit allem was die Menschheit, die Welt und unser Verhältnis zur Natur und zur Welt betrifft.

00:01:22: Es sind ganz kleine Geschichten, ganz kleine zwischenmenschliche Geschichten von Liebe, von Angst, von einem Vater, einem Sohn... Angst vor dem Tod, Angst jemanden zu verlieren.

00:01:31: Also wirklich ganz kleine menschliche Emotionen.

00:01:34: Das Stück erzählt aber auch davon dass Menschen vielleicht nicht die einzigen Wesen auf dieser Welt sind, die Geschichten zu erzählen haben wie aber vielleicht einfach nicht fähig sind andere Geschichten zur Höhen.

00:01:44: Es geht um die Frage wie sich der Mensch in die Natur einordnet Wie kraftvoll Menschen sind, Natur zu zerstören und wie klein der Mensch zugleich ist von der Natur zerstört zu werden.

00:01:55: Ich glaube, dieses Stück ist vor allem eine Übung darin hören zu lernen und andershören zu lernen.

00:02:01: Und sich als Mensch auch ein bisschen zurückzunehmen und in die Welt zurück einzuordnen zwischen den Zahlen zu lesen der stille Raum zu geben also eigentlich alles sehr große archäische Fragen zum Menschen zur Natur, zur Tieren und zur Welt.

00:02:18: ich möchte da gleich anknüpfen.

00:02:21: für mich geht es in diesem Stücken der erste Linie um Möglichkeit, die uns Ausführenden und zu hören gegeben wird etwas zu betrachten.

00:02:34: Und durch Betrachten dessen auch sich selbst zu betrzachten.

00:02:38: Wir nehmen uns in unseren heutigen Zeit viel zu wenig Zeit um die Sachen richtig zu sehen.

00:02:45: Die Zeit verläuft schnell, die Eindrücke wechseln sich ganz rasant ist doch so, dass man hineintauchen muss und ganz bewusst und vor allem lange zuhören muss.

00:03:01: Und das verlangsamt die Zeit und durch das Anschauen dieser Geschichten diese viele kurze Geschichten, die sich auch wechseln aber die miteinander verknüpft sind kommt man dann an diese etwa lang gestreckte Selbstbetrachtung.

00:03:21: Jetzt habe ich hier zwei Sachen rausgehört, die ich interessant finde.

00:03:27: Mehrere noch?

00:03:28: Aber zwei, wo ich jetzt nicht weiß in welche Richtung unser Gespräch jetzt laufen soll.

00:03:32: Emily du hast gerade gesagt dass man hören soll das ist eine Einladung auch zum Hören ist was mich natürlich unmittelbar zum Klang bringt Was wir auf jeden Fall heute ja auch noch besprechen wollen.

00:03:44: Andererseits gibt es auch etwas zum gucken und naturalistische Sachen.

00:03:50: Und dann bin ich auf diesen Baum, auf diese Natur draufgekommen... ...und ich weiß nicht womit sollen wir jetzt weitermachen?

00:03:56: Sollen wir vielleicht Emma dich ins Gespräch mit reinholen als Ausstatterin?

00:04:01: Blöde Frage!

00:04:02: Haben wir einer Baum auf der

00:04:03: Bühne?!

00:04:03: Ja,

00:04:03: wir haben ein Baum auf die Bühnen.

00:04:05: Wir haben seit gestern einen Baum auf den Bühn!

00:04:07: Wir haben versucht dieses sehr sinnliche Stück dahin zu entwickeln dass wir zum Einen eben du hast es ja gesagt die starken Naturverbundenheit die irgendwie besteht, aber vielleicht auch durch die heutige Zeit, durch die Schnelllebigkeit und durch die Moderne kompromittiert ist wieder reinzuholen in dieses wunderschöne Gebäude, in dem wir spielen dürfen.

00:04:28: Wieder rein zu holen!

00:04:29: Und auf der anderen Seite wollen wir eben genau diese Moderne und diese Abstraktheit und dieses Unverbindlichkühle der Sache entgegenstellen um da eine Welt zu zeigen, die sich zwischen diesen zwei extrem bewegen kann.

00:04:43: Wir haben naturalistische Elemente Dazu gehört eben Einbaum.

00:04:47: Dazu gehören Wiesen, Gräser Landschaften und dazu gehören unsere Musiker die auch für uns eine Art Set bilden werden.

00:04:56: Dann viel Fokus auf die Instrumente, die für uns ein sehr sinnliches und wichtiges ästhetisches Mittel auf dieser Bühne darstellen.

00:05:06: Und da kann ich vielleicht was ergänzen.

00:05:07: Da treffen sich, glaube ich die Welten von Seen und Hören weil ich fest davon überzeugt bin dass man Musik anders hört wenn man sieht wie sie produziert wird.

00:05:15: und deswegen war es uns bei dieser besonderen Partituren anliegen das Orchester die Musikerin Musiker nicht in eine Form von Graben zu verbannen oder zu verstecken zumal Lisa sowieso für performende Musiker ihnen schreibt Das war einer unserer ersten Gedanken, das wirklich zentral zu nehmen.

00:05:33: Dass die Musikerinnen und Musiker Teil der Szene sind, aktiv beteiligt sind, dass das Musik machen, das Geräusch erzeugen selbst sichtbar und hörbar wird.

00:05:42: Und wir hatten schon szenische Proben gemeinsam und es ist wirklich faszinierend zu sehen wie man mit szenischen Impulizen anders hören kann und wie dadurch die Szene und unser Setting natürlich auch die Partituren des Hörerlebnis beeinflusst.

00:05:56: Können wir das noch ein bisschen vertiefen vielleicht, weil... Wir spielen in einem besonderen Raum.

00:06:01: Wir spielen im Reaktor, im siebzehnten Bezirk und der Geblagasse.

00:06:05: Das ist ein sehr populärer Spielort in Wien Ein Spielort den man nicht so leicht bekommen kann Und der, sagen wir mal so, nicht alltäglich ist.

00:06:18: Der Raum ist ja sehr lang gestreckt.

00:06:21: Vielleicht auch Anna.

00:06:22: jetzt an dich die Frage Klang ist ja auch immer Raum.

00:06:26: Du wirst das wissen, dass es nicht nur in zeitgenössischer Musik so, das war schon lange, lange bevor die Musik historisch wurde.

00:06:33: und du hast eben gesagt Emily, dass wir in unserer Produktion nicht die Schallquelle aus dem

00:06:38: Orchestergraben

00:06:39: haben wie sie so gut kennen als Opernbesucherinnen und Opern-Besucher erzählt was macht der Raum mit dem Klang?

00:06:49: Da müsste jetzt noch die unsere Klang-Regisseurin Christina Bauer dabei sein.

00:06:54: Sie ist aber nicht da, lieber Chefin!

00:06:58: Jetzt werde ich quasi so ein bisschen auch in Ihren Namen reden... Diese Raum ist wirklich etwas Besonderes optisch sowie akustisch und akustische nicht unbedingt auf der Bezaubernste Seite weil für gute Klangentwicklung ist er nicht breit genug.

00:07:13: Er ist hoch genug, um schöne Obertöne erhörbar zu machen.

00:07:17: Aber leider eng und lang gestreckt.

00:07:20: Das heißt es gibt etliche Herausforderungen, um der Akustik dort zu bendigen aber dafür haben wir ja unsere wunderbare Christina Bauer Und sie wird uns helfen diese Klänge so klar darzustellen wie nur möglich ist.

00:07:34: Warum ich aber unbedingt dieses Stück ins Reaktor bringen wollte?

00:07:39: Ist eben weil der Raum so besonders magisch ist.

00:07:43: Man kann dort tatsächlich zaubern, mit Klang sowie mit Bildern und die ganze Atmosphäre einbinden.

00:07:50: Und das ist so ein unglaublich poetisches Stück!

00:07:53: Es ist pure Poesie für mich dieser Opa... ...und ganz innige Poesies und intime Poesiedi von ganz persönlichen Sachen erzählt.

00:08:04: Und deshalb war mir irgendwie von Anfang an klar, dass wenn wir diese immersive Erlebnisse erzeugen wollen und Orchester Musiker sichtbar machen wollen um die Sänger unmittelbar an das Publikum bringen dann kann es nur dort sein.

00:08:18: Wir werden uns jetzt noch sehr schwer daran arbeiten damit das Klang-Erlebnis so sein wird am Ende wie wir das uns vorstellen.

00:08:28: aber ich glaube durch die Höhe des Haumes Entwicklung des Ehos und Hals ist da schon unglaublich große Hilfe für diese Partitur, denn es kommen wahnsinnig viele Extende-Technik-Effekte.

00:08:44: Man spricht im Mundstück von einem Blassinstrument.

00:08:47: Man gurt wie eine Taube oder man röchelt oder man schnacht sogar!

00:08:52: Ich will nicht alles verraten aber es gibt noch vieles mehr was mit Vögel zu tun hat... ...und beflügelten Leben.

00:08:59: Olli hat schon seine Wacky-Wüssel ausgepackt.

00:09:01: Richtig ja?

00:09:03: Dafür ist der Raum ideal und wir werden schauen, dass wir diesen Basel so zusammenlegen das tatsächlich Magiestart finden kann.

00:09:12: Ich glaube da können wir vielleicht auch anknüpfen was die Entwicklung dieser Bühne betroffen hat weil wir relativ lange mit Christina zusammen hin und her überlegt haben wie können wir das gestalten um ein immersives Erlebnis zu erzeugen an dem wir alle großes Interesse glaube ich hatten und standen zwischendrin aber auch an einem Punkt, wie gesagt haben Gott müssen wir Frontaltheater draus machen um diesen Raum akustisch irgendwie dem Raum zu helfen.

00:09:36: Und haben uns dann glücklicherweise...

00:09:38: Das sagt ruhig zur Bändigen!

00:09:40: ...glücklicher Weise dann doch dafür entschieden das Ganze zentral und in die Länge zu ziehen und eine Art Diorama zwischen des Publikums von verschiedenen Seiten zu bauen und werden jetzt sehen nächste Woche, wie gut das Akustisch sich ausgeht, aber ich glaube wir sind frohe Hoffnung.

00:09:57: Ja und ich glaube jeder Raum bringt Herausforderung mit sich und damit auch Qualitäten.

00:10:02: Ich glaube das Wichtige ist man kann nie gegen einen Raum arbeiten sei es eine Kirche der Reaktor oder ein Theater.

00:10:09: Ob es erfolgreich ist, bleibt in Frage.

00:10:11: Aber ich glaube die Qualität, die wir durch unsere Setzung gewinnen, ist einerseits enormen Nähe zwischen Publikum und Darstellenden und die Möglichkeit Perspektiven zu wechseln.

00:10:20: Also dadurch dass dieser Raum so langbezogen ist haben wir uns für eine Publikumsetzung entschieden wo das Publikuum Plätze tauschen kann.

00:10:26: Danke, dass du das sagst.

00:10:28: Ich hab jetzt schon zweimal das Stichwort immersives Theater gehört und da weiß ich, dass manchen Personen aus dem Publikum immer leicht die Nerven flattern.

00:10:36: Oh mein Gott!

00:10:36: Muss ich irgendetwas tun?

00:10:38: Niemand muss etwas tun.

00:10:39: Ganz und gar nicht.

00:10:40: Alle sind dazu eingeladen im Laufe des Stücks, die Perspektiven auf die Handlung einzunehmen weil man durch diesen langbezogenen Raum egal was man tut nicht alles sehen kann.

00:10:50: Das heißt auch mehr als einmal kommen lohnt sich aber dadurch gibt es die Möglichkeit auch zwischendrin aufzustehen vier Meter weiter nach drüben zu gehen und sich die Szene aus einer wirklich anderen Perspektive anzugucken.

00:10:59: Also es sind wirklich dreihundertsechzig Grad, die wir bespielen... Die auch das

00:11:04: Dirigat bespielt.

00:11:06: Dreihundertsächsisch

00:11:07: im

00:11:08: Kreis,

00:11:09: ja?

00:11:10: Das ist natürlich für Klänge eine Herausforderung und eine Qualität zugleich und fürs optische Erlebnis genauso.

00:11:16: Weißt du was ich diese Listen von dir wünsche Anna?

00:11:19: Was?

00:11:19: Dass du auf einem beweglichen Board stehst und überall dahin fahren kannst, wo du gerade benötigt wirst.

00:11:24: Na das wäre die nächste Stufe.

00:11:26: ja jetzt sollen sie zufrieden sein dass ich mich tatsächlich in deren Richtung drehen kann wenn ich Einsatz gebe und nicht immer nur in die Kamera stahre und aufmoniere.

00:11:35: auch hoffe

00:11:35: Aber technische Frage Du hast deine Kamera zum abnehmen weil ich darüber eben mit Olli Felix und Amber gesprochen habe.

00:11:43: wie funktioniert es wenn du dich drehst

00:11:45: dann schaut die Kamera in meinen Rücken, aber dann weiß ich dass ich ein bisschen die Hände seitlich tun muss damit sie den Kamera sichtbar sind.

00:11:52: Dann braucht man nur die Kamera richtig

00:11:54: heimzustellen.

00:11:54: Okay!

00:11:55: Ich verstehe.

00:11:55: Das sind die Details mit denen wir uns noch beschäftigen werden?

00:11:58: Ja,

00:11:59: das sind durchaus so behind-the-scenes Details, die tatsächlich auch teilweise von Interesse sind.

00:12:04: Aber... Wir können ja jetzt auch einen Schnitt machen.

00:12:07: Jetzt möchte ich endlich mal zum Inhaltlichen kommen, Tree of Codes.

00:12:11: dieses Buch oder beziehungsweise ist kein Buch.

00:12:13: es ist eigentlich ein Kunstwerk.

00:12:14: zumindest hat das die Times a real piece-of art genannt und wiederum vorbezieht sich auf Bruno Schulz Street Of Crocodiles bzw.

00:12:25: Die Zimtleden.

00:12:27: Emily jetzt habe ich ganz oft gehört dass dir der Bruno Schulze sehr wichtig ist.

00:12:31: warum ist dir?

00:12:31: der Bruno

00:12:34: Schulz ist ein Mann, der in Deutschland und Österreich nicht sehr bekannt ist.

00:12:38: In Polen durchaus.

00:12:39: Das war eine polnisch-schüdische Autor, die im zwanzigsten Jahrhundert gelebt hat.

00:12:44: Er war eigentlich Kunstlehrer War er mit der Schriftstellerei seinen Lebensunterhalt nicht verdienen konnte Und war relativ unglücklich sehr begabt Aber hat an der Schule Kunst geleert und in seinen freien Stunden Briefe geschrieben Texte geschrieben Manuskripte Und Eine Fantasiewelt kreiert wie man sie glaube ich selten erlebt hat.

00:13:03: Er hat, als die Nazis kamen, sein gesamtes Werk verteilt an Freunde in der Hoffnung, dass sie sie irgendwie aufbewahren.

00:13:12: Und das Einzige was übrig geblieben ist sind diese beiden Sammlungen von Kurzgeschichten, die du gerade genannt hast war das Briefwechselwahn und er wurde sehr tragisch erschossen also eine wirklich spannende Figur, die man sich mal angucken kann.

00:13:25: Jonathan Staffin Four hat diese Kurzgeschichte genommen.

00:13:27: es ist sein Lieblingsbuch aus diesen Kurzgeschichten Stücke auszuschneiden.

00:13:33: Und durch dieses Aufschneiden entstehen verschiedene Schichten von Texten, von Wörtern die wiederum neue Geschichten ergeben.

00:13:41: Aus dieser Kombination einerseits das Prinzip der Schichten des Ausschneidens der Lehrstellen entsteht die Form der Partitur und aus den Kurzgeschichte, aus den Figuren, aus dem Bildern, Mythen, Labyrinthen von Bruno Schulz entsteht der Inhalt die Figuren die wir in Tree of Codes kennenlernen.

00:13:59: Ich hoffe, das ist eine Antwort auf deine Frage.

00:14:01: Fast!

00:14:03: Was fürchtest

00:14:05: du noch?

00:14:06: Wir angeln uns vielleicht einfach weiter Richtung Handlung hinein und zwar was man ziemlich deutlich merkt... wir haben es mit einem Vater zu tun, wir haben sie mit einem Sohn zu tun.

00:14:16: Hast Du schon gesagt Emily?

00:14:18: Wir haben es Schöpfung zu tun oder Vergänglichkeit zu tun und es wird Bruno Schulz ein gewisser Dualismus nachgesagt.

00:14:28: Finden wir den?

00:14:31: Find ich gar nicht unbedingt, zumindest nicht in der Setzung wie es in Tree of Codes erscheint.

00:14:35: Ich finde bei Tree of Curds geht's sehr viel um Relationalität und das Verhältnis voneinander, um die Idee dass es kein Subjekt oder Objekt mehr gibt sondern eben ein Baum, ein Pferd, ein Vogel und ein Mensch auf einer Ebene sind, Agenten die in Verbindung miteinander treten.

00:14:51: Finde ich eigentlich das Gegenteil des Dualismus.

00:14:54: Aber vielleicht so ein bisschen weiter in diese Handlung einzutauchen Dieses Stück ist ein Gedankenexperiment und zwar die Frage, was wenn es eine kleine Tasche in der Zeit gäbe?

00:15:03: In der die regulären Naturgesetze nicht mehr gelten.

00:15:08: Also eine... Welt außerhalb der Zeit, in der Todesmaterial mit Lebendigen kommunizieren kann.

00:15:13: In der Vögel wie Menschen sprechen, Menschen anfangen wie Vögle zu singen, in denen wir anfangen die Geschichten von Baumwurzeln zu hören, in deren Portale gibt sie uns wie Inception in verschiedene Schichten unserer selbst bringen.

00:15:27: In dieser labyrinthischen Welt, die Bruno Schulze seinen Kurzgeschichten kreiert findet Tree of Coats statt.

00:15:33: Ich habe es für mich Ur-Suppe genannt wenn man sich vorstellt ein Ursprungsmaterial aus dem das ganze Leben in alle möglichen Formen am Anfang gekommen ist.

00:15:45: Und eben zeitlos, weil die jetzige Version von Leben war dort auch schon vorhanden nur eben nicht sichtbar.

00:15:52: aber es kamen alle mögliche Varianten hervor zuerst und erst dann hat es ungefüllt.

00:15:58: also wenn man sich so eine dieser Urpfütze vorstellt wo die Blasen an der Oberfläche auftauchen und wieder verschwinden Das ist für mich ein bisschen... diese Partitut zu tun, vor allem weil musikalische Material auch so vielfältiger ist.

00:16:12: Es gibt immer wieder Aha-Erlebnisse, weil es nicht monothematische Opa aber es gibt ganz viel musikalisches Material das Wiedererkennungseffekt hat und das wandelt als Element von einer Szene oder eine Geschichte zu der anderen und das nimmt immer wieder ein bisschen eine neue Form aus und verschwindet dann um wiederum in neuen Formen später aufzutauchen.

00:16:35: Es ist auch wunderschön, naiv finde ich.

00:16:37: Also so diese wie du sagst Ursuppe.

00:16:39: es hat so wie keine Scham und keine Regeln also an Experimentierfreudigkeit und wie man das Leben erfahren kann.

00:16:47: Ich finde das sehr beeindruckend wenn man sich das in den Proben anhört wie losgelöst man auch sein muss um das zu

00:16:54: erkunden.

00:16:57: nicht einmal ein richtig oder falsch für diese Partitur, sondern es gibt nur die mögliche Interpretation und eigentlich fast jede Interpretion ist möglich.

00:17:09: So betrachtend ist unsere Version ganz ganz anderes von der Uraaufführungsversion auch in szenischem Sicht aber auch im musikalischen Sicht denn ich lese andere Sachen in dieser Partitura als den musikalische Leiter der URAAufführung.

00:17:24: Ich glaube unglaublich spannende Welt.

00:17:27: Wir haben wirklich versucht uns von Bruno Schulz inspirieren zu lassen, also eigentlich alle... Fast alle ästhetischen Elemente, denen man begegnen wird an diesem Abend stammen in irgendeiner Form von Bodhochschulz aus diesen Kurzgeschichten.

00:17:39: In teilweise abgewandelter Form aber es gibt zum Beispiel eine Kurzgeschichte wo er davon spricht dass ein Mann einen Park kommt und in diesem grünen Park ist ein eingefrorenes Orchester das sich einfach nicht mehr bewegt.

00:17:51: also das sind so ganz merkwürdig poetische Bilder die sich in diesen Kurz-Geschichten wiederfinden über die man an diesem Abend im Reaktor auf jeden Fall immer wieder stolpern wird.

00:18:01: Ich versuche es nochmal Wir angeln uns langsam Richtung Handlung.

00:18:11: Ich frage mal ganz anders, gibt es eine Hauptrolle?

00:18:14: Nein!

00:18:15: Welche Rollen gibt's denn?

00:18:17: Es gibt einen jungen Herren, einen Sohn... ...es gibt eine weibliche Figur die einerseits fast göttlich ist die aber auch als Mensch auf die Erde herab steigen kann und in Szenen einsteigen kann.

00:18:32: Und sich am Ende wieder in die göttliche Sphäre entfernt, also fast im griechischen Sinne ... Die Götter, die zurück auf die Welt kommen oder die Göttinnen?

00:18:40: In Bruno

00:18:40: Schulz' Erzählungen ist ja auch was Haushältern.

00:18:43: Da ist sie auch Haushälterin genau!

00:18:44: Also irgendwie Sie isst es eine weit

00:18:47: beste Vorstellung, dass die götliche Macht die Haushältering

00:18:51: ist.

00:18:53: Diese wachliche Figur ist aber durchaus auch eine Projektionsfläche für diesen Sohn, der sich irgendwie versucht durch seine eigenen Erinnerungen und sein eigenes Leben zu hangeln.

00:19:01: Und irgendwie versucht mit seiner eigenen Geschichte, mit seinen eigenen Ängsten klarzukommen.

00:19:06: Es gibt eine Figur die sehr präsent ist, die aber nicht einen zugewiesenen Darsteller hat, und zwar der Vater.

00:19:13: Auch das was Bruno Schulz sehr beschäftigt hat war die Beziehung zu seinem Vater den er sehr geliebt hat, aber sehr früh verloren hat.

00:19:19: Dieser Vater wird als ein etwas tadeliger Herr bezeichnet, der auf seinem Dachboden aus Müll irgendwelche fantastischen Wesen zwei köpfige Vögel und Octopus schafft.

00:19:31: Also irgendwie so einen Mann in seiner Fantasiewelt abgetaucht ist er von seinem Sohn aber sehr geliebt wurde.

00:19:37: Und dann gibt es den Mutant Bird Der für uns wie so'n Fairman zwischen den Welten ist selbst als Figur schon zwischen mutiertem Menschen und mutierten Fugen steht, der uns aber immer wieder durch diese Welten leitet.

00:19:55: Und wir haben uns dazu entschieden eine Tänzerin dazuzubringen weil es viel um Bauchrednern geht!

00:20:02: Das ist was, was Lisa Lim auch in ihren Anfangstext schreibt das Ventriloquism des Bauch-Redners.

00:20:08: ein wichtiges Element dieser Partitur ist also die Idee dass die Stimme aus einem anderen Ort kommt Und deswegen haben wir uns dazu entschieden, auch eine Tänzerin mit dazuzubringen.

00:20:18: Die in verschiedenste Rollen schlüpft von einem Senzawa wenn man das schon ankündigen darf

00:20:25: bis

00:20:25: Vater, Vogel alles Das sind die Figuren.

00:20:29: und dann gibt es natürlich das Ensemble Die Musikerinnen und Musikern, die auch präsent sind aber nicht namentlich bezeichnet Aber Teil dieser Welt.

00:20:38: Sie heißen The Crowd.

00:20:42: Darf ich kurz einhaken?

00:20:44: Jetzt sprichst du über Bruno Schulz und über seinen Vater.

00:20:46: Und über den Sohn.

00:20:47: tust du etwas ganz modernes, bringst du Bruno Schulze auf die Bühne.

00:20:51: ist Bruno Schulzes unser Sohn?

00:20:53: Das behaupte ich nicht.

00:20:54: aber wer es so lesen möchte kann das durchaus zu lesen.

00:20:58: Wir sind in der Ur-Suppe.

00:20:59: Aber die Referenz ist insofern offensichtlich weil Bruno Schulzel seine Kurzgeschichten aus der Ich Perspektive schreibt und auch dass im Libretto genauso abgewildet ist.

00:21:09: Also ich bezweifle, dass es sich viele Leute in Publikum finden werden.

00:21:14: Die Bruno Schulz kennen und wenn dann werden sie's an der Inszenierung denn so nicht unbedingt Bruno Schulzerkennen?

00:21:21: Und ich glaube explizit ist in dieser Inszenierung oder diesem Werk sowieso erst mal das Fall

00:21:27: schon

00:21:27: gar nicht zähler.

00:21:31: Wir sind gut genießen auch ohne dieses... Wissen in der Rückhand zu haben über Bruno Schulz und seine Geschichten, auch da wird sich vieles erklären.

00:21:39: Und überhaupt nicht erklären?

00:21:41: Genau das wollte ich unbedingt unterstreichen weil man muss den Abend auch nicht unbedingt verstehen wollen.

00:21:49: Man kann sich so wie in jedem Gedicht erst einmal hinhören um das Gedicht betrachten zu hören und erst später versteht man etwas oder man versteht gar nichts und das bleibt trotzdem in Erinnerung als etwas was man nicht verstanden hat, weil es was wunderschön war.

00:22:07: Ich glaube auch dass die Herangehensweise sich dieses Werk zu Gemüte zu führen wichtiger ist als die Handlung zu erklären, weil ich glaube... Und davon bin ich aber auch überzeugt egal ob History or Letzso kamen oder Tree of Coats ist, dass ein Publikum nicht unbedingt mit dem Kopf voraus in den Theatersaal stürmen sollte sondern Wir versuchen, Theater zu machen das sinnlich ist.

00:22:30: Wo man nicht mit dem Kopf zuerst verstehen muss wir verbuddeln keine Bedeutungen die ein Publikum wieder auszugraben hat um dann zu überlegen was sich die Regie wohl gedacht hat sondern wir versuchen Welten zu bauen breite Bilder zu bauen die sehr konkret sind aber nicht spezifisch limitierend explizit trotzdem sehr konkret.

00:22:49: Aber es gibt nicht die eine Message oder die eine Bedeitung die wir jetzt in dieses Stück Reihenwesen, es ist völlig unmöglich.

00:22:56: Ich glaube das würde alles zerstören was Bruno Schulz, Suffinford und Lisa Lim angelegt haben.

00:23:03: Was ist

00:23:04: denn so eine konkrete Szene?

00:23:07: Eine konkrete Szene wäre zum Beispiel dass ein Sohn seinen Vater wieder erkennt Dieser Vater aber in einer Menge von Menschen einfach wieder verschwindet Und der Sohn danach völlig alleine an diesem selben Ort zurückgeblieben ist.

00:23:20: Das heißt, es gibt diese sehr konkrete Emotionen jemanden wiederzuerkennen und direkt im Anschluss das Gefühl dieser Person verloren zu haben.

00:23:27: Und damit ist es eindeutig und sehr uneindeutigt zugleich weil man durch dieses Stück nach und nach versteht dass es diesen Vater nicht mehr gibt.

00:23:36: Es gibt aber auch zum Beispiel eine sehr konkrete Szene wo der Vater stirbt Der Sohn aber an den Platz des verstorbenen Vaters tritt und man gar nicht weiß ist der Vater verstorban oder ist es der Sohn?

00:23:48: Und diese ganzen Verwechslungen zwischen Vater und Sohn, Tod und Leben sind etwas was uns auch bei Bruno Schulz begegnet.

00:23:55: Diese ganze Verwechslungsgeschichten eben dieses Bauchrednern Zeit die sich zurückdreht vorwärts dreht das sind Elemente die uns da immer wieder begegnen.

00:24:06: Weil du sagst dass der Sohne an die Stelle des Vaters tritt Komme ich natürlich schnell darauf, dass es irgendeine Form von Kreislauf ist.

00:24:16: Was natürlich auch in der Natur eine wesentliche Rolle spielt.

00:24:21: Ich glaube für uns ist das nicht so sehr ein Kreislauf sondern eher eine Spirale.

00:24:25: Also ich finde Kreise sind in sich geschlossen wie der Kreis schon sagt und dadurch bewegt sich aber auch nichts.

00:24:31: Und in diesem Stück bewegt sie sich was eine Ebene weiter.

00:24:34: deswegen würde ich nicht sagen dass es ein Kreiß ist, sondern eine Spirole die sich wirklich eine Ebende weiter gedreht hat.

00:24:40: Was eben so wie eine Spirale funktioniert, ist ja Zeit.

00:24:45: Hat euch das Steine in den Weg gelegt?

00:24:47: Dass wir ein bisschen entrückt von Raum und Zeit – wie du am Anfang gesagt hast – in einer zusätzlichen kleinen Zeittasche uns bewegen oder gibt es einem eher Freiheit zu tun was man möchte auf der Bühne?

00:25:01: Schwierige Frage!

00:25:02: Weil ich glaube dass die Kunst, die für solche Zeitverschiebungen am besten geeignet ist, ist der Film nicht unbedingt das Theater zumindest nicht in einem Raum wie den Reaktor, wo man jetzt nicht mit krassen Bühnenverwandlungen zwischen einer ganz klaren Vergangenheit und einer klaren Zukunft wechseln kann.

00:25:20: Deswegen glaube ich ist diese Idee das sich Zeiten vermischen bei uns sehr auf die Menschen fixiert und auch Situationen, die sich wiederholen weiterentwickeln zurückdrehen und nicht so sehr wenn wir davon sprechen hat jeder wahrscheinlich Bilder im Kopf von sei es Inception oder sonstigen Filmen der Idee Zeit, die sich verändert sprechen.

00:25:41: So wird uns das hier nicht begegnen, weil es einfach nicht die Theatermittel sind, die wir haben und auch nicht diese, die uns interessieren.

00:25:48: Aber ich glaube dieser Ursuppe von der du gesprochen hast Anna Die Idee dass aus diesen Menschen jedes mal wieder was Neues entstehen kann Dass wir nur Fragmente von Geschichten kennenlernen Das Foucault neben Goethe existiert also das Libretto selbst ist ja schon eine Textmenge in der sie sich sämtliche Zeiten vermischen Und dass wir da so durchhüpfen oder durchschneiden eine Episode nach der anderen.

00:26:12: Das ist, glaube ich, einer Art, dass einem diese Zeitschnitte bewusst werden und das andere war etwas was dir von Anfang an sehr wichtig war immer die Idee vom Text, von projizierten Worten, der Ebene von Schrift, von Poesie aus der der ganze Abend tatsächlich auch entsteht.

00:26:30: also wir beginnen mit dem geschriebenen Wort und aus geschriebenen Worten entwickelt sich überhaupt erst dieser Welt.

00:26:37: Ich glaube auch da wieder eine ganz schöne Diskrepanz zwischen Wort, das ja in geschriebener Form sehr final ist.

00:26:46: Du schreibst einen Text und du bringst ein Buch raus – der Text ist da, der ist erstmal final!

00:26:51: Das wiederum werden wir auflockern in dem Stück Dieses collagenartige Umgang mit dem Text, der auch in dem Buch im Kunstwerk Tree of Coats zu finden ist.

00:27:01: Der dann eben auch wieder eine Art spiralförmig und eine Erneuerung oder Veränderungen reinbringen kann in diese finalen geschriebenen Worte.

00:27:12: Interpretiere ich das richtig?

00:27:13: Das Text in deiner Ausstattung eine Rolle spielt?

00:27:16: Ja und nein!

00:27:17: Ich glaube minimal ja... Referieren an ein paar Worte, wir werden dem Sohn ein paar Worten zuschreiben.

00:27:23: Wir werden schon das Konzept von geschriebenem Text aufgreifen und vieles davon ist aber dann auch über die Darsteller entwickelt.

00:27:32: also genau wir arbeiten mit Projektionen, auch mit Live-Projektion über einen Overhead-Projekter wo wir auch Text manipulieren können, wo wir Text zeigen können wenn wir wollen und wo der Text zum Raum auch werden kann.

00:27:47: Aber das ist insofern nicht von mir vorgegeben, sondern entsteht durch die Darstellenden auf der Bühne.

00:27:55: Wir haben in unserer gemeinsamen Arbeiter, als wir angefangen haben dieses Stück anzulegen, bevor wir irgendwie angefangen, konkrete Szenen oder so zu bauen versucht Welten zu entwerfen, die uns interessieren und ich glaube es sind gerade vier verschiedene Welten.

00:28:06: Das eine ist wirklich diese Welt aus Papier, das geschriebene Wort auf weißem Papier Raum zwischen den Worten, genauso wichtig ist wie das Wort selbst.

00:28:16: Es gibt im japanischen ein Wort für den Raum zwischen zwei Objekten.

00:28:20: Wenn wir eine Tasse und eine Tassel haben Ist in unserem kulturellen Raum dazwischen nichts.

00:28:26: Aber im japanischen gibt es das Wort ma für den Raum zwischen zwei Objekten oder zwischen zwei Worten.

00:28:32: Und auch da, du hast gefragt warum Bruno Schul zu wichtig ist er kommt irgendwie immer wieder zurück.

00:28:36: Er hat einen ganz fantastischen Essay geschrieben über die ja über Poesie und da spricht er genau davon dass Poesies Zwischenden Worten im Zwischenraum passiert nicht bei den Worten sondern Zwischende Worten und dass jedes Wort selbst ein Fragment eines antiken Mythos ist.

00:28:52: Jedes Wort das wir verwenden hat eigentlich eine ganz lange Geschichte und kommt aus verschiedenen Mythen, aus Zeiten die weit vor uns liegen.

00:29:00: Jedes Wort bringt damit Zeitschichten mit in unsere Welt und aktualisiert sich.

00:29:06: Deshalb war diese Papierwelt das geschriebene Wort der Lehreraunde zwischen für uns wichtig, dass andere eben diese merkwürdige Naturwelt sehr realistisch aber irgendwie

00:29:15: fast grotesk

00:29:16: als Museumsobjekt fast wieder ausgestellt.

00:29:20: dann die technische Welt.

00:29:22: wir haben auch Mikrofone auf.

00:29:24: Wie geht

00:29:25: das zusammen genau?

00:29:26: Wie geht die technische Welt mit dieser sinnlichen Naturwelt, die wir ja richtig sagt nicht einfach nur schöne Blümchen auf einem Wanderspaziergang sind.

00:29:35: Sondern diese Naturwelt ist eine brutale Welt und die Natur ist im Grunde genommen auch in ihrer Eigenständigkeit etwas sehr Brutales und eine Gewalt.

00:29:47: Also ich denke jetzt erst mal rein optisch bricht eben diese Naturwelt für uns in dem Fall in den Reaktor rein.

00:29:54: Es ist so, wir können das alles kann gar nicht bestehen ohne dass die Natur bleibt in der Hinterhand.

00:30:00: Und die Natur wird am Ende sich ihre Dinge wieder zurückholen und die Natur kriegen wir dann nie raus.

00:30:05: Wer den Reaktor kennt weiß, dass es ein traumhaft schöner Raum ist aber auch auf eine Art und Weise ganz wahnsinnig kühl und distanziert und irgendwie auch skurril durch den vielen Beton... Da kommt eben die Natur mit rein.

00:30:22: Die andere

00:30:22: Komponente dass gerade, zum Beispiel bei unserer Tänzerin oder auch den Mutant Bird diese Natur nochmal gebunden wird und diese zwei auch sehr stark vermitteln diesen Raum zwischen Natur- und Modernität.

00:30:36: Und dann eben aber auch mit diesen Elementen wie zum Beispiel den Mikrofon verbunden sein werden teilweise und sich dessen ermächtigen werden der Mittel die wir vielleicht heute haben um Dinge darzustellen.

00:30:47: Ganz praktisch schreibt Lisa Lim aber auch dieses Stück für Elektronik.

00:30:52: Wir hätten die Elektronika nie verstecken können und deswegen haben wir uns dazu entschieden das wirklich zur eigenständigen Welt zu erklären, die uns erlaubt in anderen Universen und in andere Zeiten wieder mitzunehmen.

00:31:04: An diesem Abend wird man nichts verstecken kann.

00:31:06: Das erlaub der Raum nicht und es ist auch nicht gewollt.

00:31:10: Weil die Elektronic ist wiederum aber der Natur oder mit Universum verbunden, weil eine der wichtigen Zuspielungen stammen tatsächlich aus dem All.

00:31:25: Das ist der Komet Thiorimov-Gerasimenko das aufgenommen worden ist und ihre Töne eben als eine elektronische Zuspielung werden in diesem Stück auf die Bühne reproduziert.

00:31:38: also die Lisa Lim holt uns mit einem Schlag über Licht Jahrtausende entfernten Objekt in das Raum und es ist auch etwas absolut faszinierendes.

00:31:52: Ja, die Elektronik ist ja durchaus gemeinsam mit der modernen Technik eine Möglichkeit Natur zu hören.

00:31:58: Also die Idee was in den letzten Jahren jahrzehnt entwickelt wurde dass man eben durch spezielle Mikrofonierung und so weiter wirklich die Geräusche hören kann die aus gewissen Pilzen kommen oder Wahlgesänge.

00:32:09: ganz simpel also dass man einfach Moderne Technik, das wovon dieses Stück spricht tatsächlich ja auch hörbar machen kann.

00:32:16: Auch wenn wir es nicht verstehen.

00:32:18: Aber es gibt sogar Motorradgeräusche?

00:32:20: Auch das!

00:32:22: Ja Wir sind auch Teil der Natur und selbst das Abschaulichste was wir erschaffen haben...

00:32:27: Richtig

00:32:27: Es ist nicht dass ein Motorrad vielleicht das abschaulicherste ist aber... Das geht noch schlimmer,

00:32:31: aber ist süße.

00:32:33: Es klingt immer

00:32:34: ein bisschen... Da möchte ich mir zugeben.

00:32:36: Es klinkt immer sehr fremd wenn diese Motorrad Geräusche immer wieder kommen.

00:32:40: Wo bin ich?

00:32:41: Weil es wirklich sehr naturalistisch teilweise klingt.

00:32:45: Ja, sie hat sehr viel aufgenommen.

00:32:47: auch die Vögel in Australien, diese Australian Macbys und ihre Töne gaben Lisa eben das Entwicklungsmaterial auch für die Sachen dem Mutant Bird vor sich hingibt.

00:33:03: Er emittiert es und die Sopranistin reproduziert das sogar.

00:33:07: Und die Instrumente machen es auch, also ist es ganz fantastisch wie das Naturwelt ins Musik gemachte Welt übertragen wird umgekehrt.

00:33:16: Aber nie als Behauptung sondern immer als ganz offensichtliches Reproduzieren oder Emittieren?

00:33:21: Es ist niemals jemand der behauptet hier zum Vogel oder sonst was zu werden.

00:33:28: Ich habe zum Schluss eine Frage, die vielleicht ein bisschen provokant ist Und zwar hat es jetzt vielleicht gar nicht so viel mit unserem

00:33:38: Stück zu tun,

00:33:39: aber vielleicht im Endeffekt dann doch.

00:33:42: Man hört und liest immer wieder... Wenn man sich außerhalb der Theaterbubble bewegt, hört man doch immer wieder dieses... Ach ist das notwendig!

00:33:51: Dass man so ein abgefahrenes Stück macht wo es so viele Geschichten gibt und keine eindeutige Handlung.

00:33:58: Was entgegnet ihr?

00:34:00: Weil letztlich is ja Tree of Codes die Einladung natürlich, sich in unterschiedliche Geschichten einzulassen.

00:34:08: Was entgegnet ihr solchen Menschen?

00:34:10: Warum sie trotzdem zu uns kommen sollen?

00:34:13: Theater ist ein Ort der Emotionen.

00:34:16: Die Leute gehen ins Theater um ihr alltäglichen Dasein ein bisschen zu entrinnen und sich etwas zu holen, wie das sei es Unterhaltung oder Drama oder einfach ein Kick.

00:34:29: Manche gehen Bungee Jumping, manche gehen ins Theatre.

00:34:32: Tree of Codes ist genauso wie ein Magic Mushroom.

00:34:38: Also unser Publikum muss keine Angst haben?

00:34:40: Auf keinen Fall.

00:34:41: und ich glaube wirklich, dass wir mit dieser Produktion Danke Emily und Emma einen magischen Ort und ein magisches Moment schaffen diese Cut Out in Time wo man tatsächlich alles vergessen kann und ein bisschen verändert.

00:34:56: daraus

00:34:57: kommt Und ich denke selbst wenn die Musik nicht genießen kann oder der Handlung keine Stringenz abgewinnen kann, dann kann man kommen umzustaunen.

00:35:07: Und ich glaube das ist... Man wird auf verschiedenen Ebenen stimuliert und mit verschiedenster Reize sowohl akustisch als auch optisch gefühlt mitbekommen.

00:35:19: Richtig!

00:35:19: Ich glaube es war uns ein großes Anliegen einen sehr direkten Abend zu bauen den man sich nicht inziehen kann indem man sich eben nicht verkopfen muss.

00:35:28: Vielleicht ein kleiner Gedanke noch zu der Frage, warum ist das alles immer so kompliziert?

00:35:32: Die Musik und der Texten überhaupt.

00:35:34: Seffen Fuhr hat selbst gesagt, dass er nicht weiß ob er Bruno Schulz Geschichten eigentlich mag.

00:35:38: Er hat sie geliebt und gehasst weil sie was mit ihm gemacht haben.

00:35:42: Sie haben ihn aber auch überfordert war es zu viel war?

00:35:45: Und dann zitiert er Kafka Der schreibt ein guter Auto eine gute Geschichte Ist wie einer Axt die das Eis mehr unserer Seele durchbrechen kann.

00:35:54: Das muss nicht immer ein bequemes Erlebnis sein.

00:35:58: Ich will nicht sagen, dass dieser Abend unbequem ist ganz und gar nicht.

00:36:00: Aber ich glaube man darf auch keine Angst davor haben sich Dinge auszusetzen die man noch mich kennt.

00:36:07: Vielen Dank für das spannende Gespräch!

00:36:09: Danke fürs tolle Schlusswort Emelie.

00:36:11: Vielen dank für eure Einblicke und die Entstehung unserer Produktion Tree of Codes.

00:36:16: Ihr habt uns gezeigt wie viele Ebenen dieses Werk hat und wie viel

00:36:19: man

00:36:20: bei uns erleben kann ab dem einund dreißigsten Oktober im Reaktor.

00:36:24: Liebes Publikum, damit endet auch unsere dreiteilige Podcast-Reihe zu Tree of Codes.

00:36:29: Lassen Sie sich diese spannende Oper nicht entgehen!

00:36:32: Tickets und weitere Termine finden sie auf der Website.

00:36:35: Und auch wenn das die letzte Folge zu Tree Of Codes war für Klangreisen bedeutet es im Jahr zwanzigundzwanzig noch keinen Abschied denn nach Tree of Coals steht bereits den nächsten Hotspot auf dem Programm, den wir selbstverständlich wieder mit einer spannenden Podcastfolge begleiten werden.

00:36:50: Bis dahin vielen Dank fürs Zuhören und auf bald bei Klangreisen dem Podcast der neuen Oper Wien.

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