Tree of Codes Klangforum Wien
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00:00:05:
00:00:07: Willkommen bei Klangreisen, dem Podcast der neuen Oper Wien.
00:00:10: Unsere erste große Produktion der Saison Geschichte ist erfolgreich über die Bühne gegangen Und viel Zeit zum Durchatmen bleibt uns nicht.
00:00:17: Wir stecken bereits mitten in den Proben für unsere nächste Produktion, Leiser-Lims Tree of Coats.
00:00:22: Premiere unserer gleiche österreichische Erstaufführung ist am ein und dreißigsten Oktober im Reaktor in der Geblergasse Vierzig im siebzehnten Bezirk.
00:00:31: Die Produktion der neuen Upa Wien entsteht – wir freuen uns sehr!
00:00:34: In Kooperation mit Wien.
00:00:35: Modern Tree of Codes, in Köln-Uhr aufgeführt ist ein überaus komplexes Werk.
00:00:42: Es erzählt nicht entlang einer linearen Handlung sondern setzt sich aus verschiedenen Zeit und Realitätsebenen zusammen.
00:00:48: Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft überlagern sich.
00:00:51: Erinnerung und Wirklichkeit verschwimmen.
00:00:54: Gerade darin liegt auch für die Regie eine besondere Freiheit.
00:00:57: es gilt weniger eine Geschichte nachzuerzählen als vielmehr diese unterschiedlichen Schichten auf der Bühne
00:01:02: hörbar
00:01:03: sichtbar und erfahrbar zu machen.
00:01:05: Und auch musikalisch verlangt Leiser Lim den Beteiligten einiges ab.
00:01:08: Die Partitur sieht neben einer Sopran und einer Baritonsstimme, auch eine Klarinette mit Stimme und einem Kammer-Ausfambel und Elektronik vor.
00:01:16: Für diesen gewichtigen Part des Orchesteres sozusagen freuen wir uns einen Ausfambl an der Seite zu haben das sich seit Jahrzehnten wie kaum ein anderes intensiv mit zeitgenössischer Musik und ihren besonderen Spieltechniken auseinandersetzt – das Klangführung Wien!
00:01:29: Gemeinsam mit ihm wirken Studierende des Masterstudiums Performance Practice and Contemporary Music, kurz BBCM der Kunstuniversität Graz an der Produktion mit.
00:01:38: Und so sitze ich heute hier beim Klang vor dem Wien in der Dealgasse Einundfünfzig im fünften Wiener Gemeindebezirk mit Sophie Schafleitner und Vera Fischer um in der ersten Folge unserer Podcastreihe zu Tree of Coats über eure gewichtige Rolle bzw die gewichtigen Rolle vom Klang vorm Wien bei Tree Of Coats zu sprechen.
00:01:56: Liebe Sophie, liebe Vera vielen Dank dass ihr euch heute Zeit genommen habt.
00:02:00: Bevor wir inhaltlich einsteigen, möchte ich euch bitten.
00:02:02: Stellt euch doch bitte selber kurz vor wer seid ihr vielleicht auch welche Instrumente spielt ihr und was ist eure jeweilige Aufgabe beim Klangforum?
00:02:11: Und warum sitzen ausgerechnet wir drei hier heute zusammen?
00:02:15: Mein Name ist Sophie Schaafladner.
00:02:16: Ich bin Geigerin mittlerweile seit über dreißig Jahren im Klang Forum und meine Rolle in der Zusammenarbeit mit dem.
00:02:27: Wir haben eine kollektive Professur.
00:02:30: Sämtliche Mitglieder sind an der Universität als VPCM-Professur eingebunden und wir haben ein Team aus vier Leuten, das intensiver arbeitet und auch für die Koordination zuständig ist – und da ist eben Vera dabei!
00:02:46: Deswegen sind wir heute hier um über Klangforum und PPCM und die Zusammenarbeit mit der neuen Oper zu sprechen.
00:02:53: Mein Name ist Vera Fischer.
00:02:55: Ich bin Flutistin im Klangforum Wien und auch seit fast dreißig Jahren dabei.
00:03:02: Du hast es schon gesagt, Sophie?
00:03:04: Genau ich bin auch Teil von dieser Gruppe die jetzt derzeit intensiver für PPCM arbeitet.
00:03:10: Ja du hast das schon gesagt.
00:03:11: also unterrichten tun wir alle ja den Klang-Forum Wir unterrichten alle unsere Instrumentalistinnen Und wir sind noch ein bisschen mehr eingebunden in die Organisationen und Koordinationen und Mentoring von Studierenden.
00:03:23: In der Funktion bin ich jetzt auch bei dem Gespräch.
00:03:27: Jetzt habt ihr gerade schon das pbcm und die kollektive Professur angesprochen, das Klangforum Wien ist zwar sehr bekannt und ihr sagt dass ihr beide schon dreißig Jahre knapp dreißige jahre über dreißzig Jahre dabei seid.
00:03:41: also das klang vor um wien ist kein wirklich neues ensemble.
00:03:45: kann eine von euch vielleicht kurz skizzieren wie es überhaupt zu der gründung dieses ensembles gekommen?
00:03:52: Ich kann mal anfangen, wir können das auch gemeinsam.
00:03:55: Genau also ich meine jetzt ist es vierzig Jahre Jubiläum aktuell.
00:03:59: Das heißt vor vierzig Jahren war der Beat Furrer auch sehr aktiv eigentlich an der Entstehung vom Klangforum beteiligt.
00:04:10: Wir haben immer noch Mitglieder die bei der Gründung dabei waren und das Klangfurm hat früher anders geheißen als du's grad parat Société de l'Arcustique, glaube ich.
00:04:20: Und wurde dann irgendwann umgetauft zum Klangforum – also wie ich gekommen bin – und es hat schon länger so geheissen, glaub ich.
00:04:29: Dann ist das eigentlich immer weiter gewachsen.
00:04:32: Allein schon seit ich dabei bin kann ich sagen dass das einfach immer intensiver geworden ist.
00:04:37: die Arbeit und immer mehr Konzerte auch international...
00:04:42: Magst du was dazu?
00:04:43: Ich meine, ihr seid ja wirklich eines der europäischen oder international weltweit Top-Ensembles für zeitgenössische Musik.
00:04:51: Das ist ja... euch kennt man ja nicht nur in Wien und Europa sondern ihr seid international tätig!
00:04:57: Genau
00:04:57: also das Klangforum ist eben auch in einer Phase gegründet worden, in der all die anderen Top-Assembles, eben Assemble Modernes und Assemble Intercontemporains auch entstanden sind.
00:05:08: Eben aus dem Grund weil neu Musik so komplex geschrieben wird, dass es nicht mehr wirklich zweckmäßig war für viele Komponistinnen und Komponiisten für Orchester zu schreiben.
00:05:19: Und das eben diese Spezialisten-Assembles und Solisten- Assembls entstanden – was bedeutet, dass die Stimmen alle einzelnen besetzt sind auch.
00:05:28: Deswegen bezeichnen wir uns auch nicht als Orchester sondern als Ensemble im Gegensatz zu Tutti Sections in...
00:05:38: Wir sind ja auch, wir haben vierundzwanzig Mitglieder.
00:05:42: Das ist ein Riesenunterschied natürlich eben weil ganz viele Instrumente bei uns nur einfach besetzt sind die jetzt im Orchester auf jeden Fall zwei oder dreifach besetzt werden.
00:05:53: Genau und jeder Musikerin muss auch für solistische Aufgaben zur Verfügung stehen in jedem Konzert unterschiedliche Besetzungen.
00:06:06: Also es kann sein, dass man ganz allein auf der Bühne steht oder dass man mit Streichkette spielt oder in einem kleinen Kammermusik-Ensemble oder manchmal auch in einer erweiterten Besetzung.
00:06:15: also manchmal wollen wir uns auch so Verstärkung und auch manchmal sehr oft ehemalige Studierende von PCM die dann bei uns auch den Ensemble Apparat zu ein bisschen größere Informationen verstärken.
00:06:29: Also da ist schon richtig was gewachsen auch in der Nachwuchsgeneration.
00:06:34: Das finde ich sehr spannend, was ihr sagt und zwar... Ich höre dass sich eure Arbeit doch wirklich sehr unterscheidet von der Arbeit im normalen Orchesterbetrieb.
00:06:46: Wie nähert ihr euch denn sowohl als Solistinnen als auch als Ensemble einem Werk ohne lange Aufführungshistorie?
00:06:58: Für mich kann ich sagen, dass natürlich jetzt in diesen letzten Jahrzehnten eine Riesenroutine entstanden ist.
00:07:03: In dieser Annäherung von wie gehe ich damit um wenn ich oft auch sehr kurzfristig dann Noten bekomme?
00:07:11: Im Prinzip ist es wirklich die Herausforderung hinter die Notation schauen zu können.
00:07:16: also dieser Prozess von Ich kriege die Noten und ich muss das innerhalb kürzer Zeit oft dann wirklich umsetzen können was da steht Das braucht einfach so eigentlich die Fertigkeit diesen Text schnell irgendwie erlernen zu können, rein technisch.
00:07:31: Aber auch mit hinter die Noten schauen meine ich dass ich gleich von Beginn irgendwie versuche okay rauszufinden was ist das was da geschrieben ist?
00:07:38: Was für eine Art für Musik?
00:07:39: Das was was für Frasierungen sind da angebracht?
00:07:42: Was Für Eine Stimmung vielleicht oder natürlich auch Versuch meine Rolle in dem Ganzen irgendwie zu verstehen ja ohne dass ich das Stück jemals gehört habe weil sie auf der Ruhr aufführung sind.
00:07:52: Und das ist ein Prozess, der für mich jetzt mittlerweile sehr automatisch oder auch über weite Strecken recht intuitiv abläuft.
00:08:00: Aber den ich auch sehr spannend finde eben mit unseren PPCM Studierenden dann zu begleiten.
00:08:07: und da immer wieder merkt es natürlich einfach dass wir eine Riesenroutine haben genau darin die Musik zu entdecken hinter dem Text, der da steht.
00:08:15: Es gibt
00:08:16: natürlich gewisse Schreibweisen über die Jahrzehnte so etabliert.
00:08:22: Und dann gibt es aber trotzdem immer Komponisten und Komponnistinnen, die wieder eine völlig neue Schreibweise erfinden sozusagen.
00:08:29: Also wir sind auch ständig damit konfrontiert dass wir so Notationen eigentlich auch wieder so wirklich deschiffrieren müssen.
00:08:39: Ja man muss schon auch dazu sagen das das nicht immer möglich ist.
00:08:43: Genau!
00:08:43: Es gibt schon auch Texte... hinter denen man dann nicht das finden kann, was man gerne einem Publikum präsentieren will.
00:08:52: Also das ist ja auch das
00:08:52: Schwierige in unserem Beruf
00:08:54: dass wir dann trotzdem uns hinstellen müssen und etwas präsendieren.
00:08:58: unter Umständen haben wir vielleicht doch nicht ganz verstanden weil das nicht ganzverständlich ist was da notiert wurde Und das natürlich wie du sagst dann hilft die Routine sehr aber umso glücklicher macht es uns natürlich wenn wir dann wirklich hinter dem Text auch etwas finden, was wir gerne spielen und wo wir auch sozusagen uns dann emotional beteiligen können.
00:09:24: Und das ist zum Beispiel eben um jetzt auf die Lisa Lim zu kommen, ist sie ein Fall der eigentlich selten ist dass man so eine Musik auch intuitiv verstehen kann obwohl sie komplex notiert Spielen wir das auch so gerne, weil es eben eine sinnliche Ebene hat.
00:09:46: Wo man auf der Bühne das Gefühl hat da kann ich etwas gestalten und dann kann ich mich selber einbringen und nicht nur den Text zu realisieren.
00:09:58: Das stimmt, das würde ich total unterstreifen was du sagst.
00:10:02: Also das Spezielle finde ich auch an ihrer Musik und der Art wie sie es notiert, dass er zwar total genau ist aber dass es wirklich eigentlich ein großes Stück Freiheit dann auch gibt in der Interpretation.
00:10:13: Und das findet man in der Art, wie's notiert ist.
00:10:17: Ich finde die Musik auch einfach total spielerisch auf eine gute Art sehr inspirierend zum Spielen.
00:10:26: Das finde ich ja besonders spannend, dass ihr das sagt.
00:10:28: Weil landläufig wird ja angenommen, dass die Musik eben ganz genau in den Noten notiert ist.
00:10:35: Dass es bei zeitgenössischer Musik nicht so... ...das ist tatsächlich bei klassischer Musik auch nicht so!
00:10:40: Also wir sind ja Menschen und die Interpretation wusst durch einen Menschen hindurch fließen.
00:10:47: Also mache ich keinen Unterschied in der klassischen Musik oder in der zeitgenösischen Musik.
00:10:52: Also das ist einfach etwas, das erst reproduziert werden muss und dadurch lebendig wird.
00:11:00: Genau, weil die Musik entsteht ja nicht in den Noten oder die Musik ist nicht in der Noten sondern die Musik entsteht immer da wo sie gerade gespielt wird.
00:11:09: Ich denke mir das ist für Studierende oder überhaupt Musikerinnen die das nicht oft machen jetzt neue Musik spielen.
00:11:17: Ist das halt eben ein komplizierter Prozess?
00:11:19: Weil ich dann manchmal erlebt dass sich wahnsinnig dran festhalten, an dem was da steht.
00:11:25: Also dann sich auch die Freiheit wiederzunehmen und zu sagen sogar wenn der Komponist oder Kompionistin dabei ist, was ja total was extrem schönes ist an der Arbeit, die wir machen und auch oft sehr hilfreich, wenn es eben darum geht diesen Notentext zu verstehen.
00:11:41: Aber sich da auch zu erlauben diese Freiheit zu nehmen das ist auch etwas, was ich zumindest glaube habe irgendwie lernen müssen.
00:11:48: Aber interessant ist ja auch, dass von eurer Seite so weit ich weiß.
00:11:52: Ja auch sehr viel den Komponisten und Komponnisten eben zugetragen wird weil ihr als die Spezialistinnen auf euren Instrumenten... Kompонisten können natürlich auch nicht jedes Instrument kennen und je stärken das ihr auch manchmal wieder der Kompositionsseite Dinge zurückgebt wie das vielleicht optimaler auf eurem Instrument zu realisieren sei oder?
00:12:15: Genau!
00:12:15: Das ist eigentlich eine unserer Haupt Zwecke in diesem Bereich, weil natürlich wenn jemand was ausprobieren will einen neuen Klang zu finden dann ist es unbedingt notwendig dass die Komponistinnen uns fragen ob das auch möglich ist.
00:12:35: Man kann sich doch so viel ausdenken wenn man's nicht irgendwie praktisch probiert hat.
00:12:40: meistens wirds nicht funktionieren.
00:12:45: Jetzt, wo ich wieder auf diese spezielle Kompolistin zurückkomme.
00:12:50: Das macht sich ganz stark, dass sie einfach mit Personen zusammenarbeitet wie Instrumentalistinnen und
00:12:56: eine
00:12:57: persönliche Bindung auch aufbaut und dann Klänge sucht.
00:13:02: Und das merkt man eben auch den Stücken an, dass da auch Menschen dahinter sind.
00:13:09: Bevor wir vielleicht zu Tree of Codes im Speziellen kommen, jetzt habt ihr schon häufiger die Studierenden erwähnt und sie sind ja natürlich auch ein großer Teil unseres Klangkörpers den wir dann auf der Bühne haben werden können wir das vielleicht noch kurz ein bisschen vertiefen
00:13:25: weil
00:13:26: ihr sprecht jetzt ganz viel über eure Erfahrungen die ihr gesammelt habt.
00:13:30: Und die gibt ihr weiter.
00:13:32: Kollektive Professur!
00:13:34: Was muss ich mir genau darunter vorstellen?
00:13:37: Und warum eigentlich Graz?
00:13:40: Also Graz deswegen, weil die Kunstuniversität in Graz eine der Ersten war, die das etablieren wollten und dieser PCM-Lehrgang eigentlich in Österreich lange Zeit einzigartig
00:13:57: war.
00:13:58: Ist er nicht mehr?
00:14:00: Naja es gibt natürlich jetzt immer mehr verschiedene Universitäten müssen auch sich mit zeitgenössischer Musik beschäftigen und fangen das jetzt auch an.
00:14:10: Aber das ist sozusagen der Vorreiter gewesen, weil es gibt schon sehr lange.
00:14:16: Und das kommt daher, dass die Universität immer schon sich ein bisschen in eine mehr angartistische Richtung interessiert hat als andere?
00:14:27: Und auch offenbar für dieses Experiment eigentlich ja, dass sie eben gesagt haben wir wollen, Diese Arbeit macht, ja.
00:14:35: Sie hätten auch einfach drei Leute fragen können und sagen, macht sie da einen Kurs von Neue Musik oder ein Master-Lehrgang für neue Musik?
00:14:43: Haben sie nicht getan, sondern sind wir wirklich interessiert daran das zu etablieren wie es jetzt seit, ich glaube, achtzehn Jahren oder so läuft.
00:14:53: Und das finde ich... Wir haben gerade gestern auch Semesterbeginn gehabt wieder mit den neuen Studierenden
00:14:58: und
00:14:58: das sagen wir auch ganz gern dann wirklich allen.
00:15:02: Das ist wirklich einzigartige.
00:15:03: Ich studiere nicht bei Einzelpersonen, sondern bei einem ganzen Ensemble.
00:15:07: Das heißt profitiert davon.
00:15:09: Kommt auch nach Wien, kommt zum Ensemble, kommt zu Proben natürlich zu Konzerten, schnappt euch verschiedene Ensemblemitglieder und macht euch Unterricht aus.
00:15:19: also das ist schon das Besondere finde ich an dem was wir da anbieten und dass das was auch glaubt dazu führt dass eben auch Leute von weit her nach Graz kommen und diesen Lehrgang machen diesen Masterstudiengang machen.
00:15:32: Ihr habt vorhin gesagt, ihr müsst selber entdecken!
00:15:35: Ihr wart in eurer Karriere als Musikerinnen immer daran interessiert den Notentext zu entdeckten.
00:15:42: Es ist viel eigene Arbeit, viel eigene Kreativität auch viel eigener Geist was ich raushöre von Nöten um da dahinter zu gehen.
00:15:53: aber wie funktioniert das genau?
00:15:55: In der Vermittlung könnt ja nicht einfach den Studierenden sagen Ihr braucht einfach ein bisschen Köpfchen und ihr braucht einfach etwas Kreativität.
00:16:03: Was ist denn das Spezielle vielleicht auch in Punktus Spieltechniken?
00:16:08: Was Studierende des ppcm lernen bei euch, was sie in einem klassischen Instrumentarstudium vielleicht nicht lernen könnten?
00:16:16: Könntet ihr das überhaupt so benennen?
00:16:19: Naja also erstes ist es natürlich mal schon eigentlich die Sprache der neue Musik.
00:16:25: Das heißt man muss auf jeden Instrument Tatsächlich ganz viele Techniken lernen, die man nicht kennt.
00:16:33: schon klassisch studiert hat.
00:16:35: Das ist das Handwerk sozusagen, da kommen die Studierenden mit ganz verschiedenen Erfahrungen vor, Erfahrungen diesbezüglich zu uns.
00:16:44: also mit manchen ist es so dass sie das alles schon kennen und dann geht's wirklich eigentlich sofort an die musikalische Arbeit und manche Comments sind einfach super offen und interessierte neue Musik und müssen sich aber erst diese Sprache noch lernen.
00:16:58: Wie du richtig sagst, Vera, das ist ja das Handwerke.
00:17:02: Sozusagen ist es im Prinzip ganz ähnlich wie bei einem klassischen Instrumentalstudium.
00:17:08: Also das ist die Bodentechnik, auf der Geige muss ich auch lernen um ein Stück gestalten zu können.
00:17:15: und genauso gibt's halt irgendwie eine Spezialeffekte, die man unter Umständen neu lernen muss.
00:17:21: und dann gehts wieder an die Gestaltung der Musik einfach.
00:17:25: Ah Claudio da doch so bisschen aus dem Meek hästchen!
00:17:28: Was
00:17:28: is denn so'n Spezial Effekt?
00:17:32: Naja, fang ich mal an oder Sophie?
00:17:33: Bitte gerne.
00:17:35: Also jetzt red' ich für die Flutisten, Flutistinnen also ganz beliebte oder bekannte Techniken jetzt, die sich einen KomponistInnen zu Nutzen machen.
00:17:46: für Flöte sind jetzt zum Beispiel dass ich nicht nur einfach in einem sogenannten normalen Flötenklang produziere sondern das ich da verschiedene Färbungen reinbringen indem ich mehr Luft zum Beispiel dazu Füge.
00:17:59: Da gibt es dann auch wieder verschiedene Abstufungen, das kann ich damit geschlossenen oder mit offener Mundstück machen.
00:18:05: Klingt total unterschiedlich!
00:18:07: Oder flatter Zunge ist quasi wenn man so eine Rrrr... je nachdem ob man's hinten oder mit der Zunge macht.
00:18:14: Zufügte ist auch eine ganz andere Farbe.
00:18:16: Dann gibt es verschiedenste Möglichkeiten zu artikulieren die jetzt in diesem zeitgenössischen Kontext sehr beliebt sind also dass sich z.B.. einfach viel stärker Artikuliere, dass es noch ein Geräusch gibt extra.
00:18:31: Ich kann dann auch ohne Klang artikulieren und da gibts eher sowas sehr Perkussives so was.
00:18:38: Ja unzählige Dinge danach in einem riesen Gebiet von sogenannten Meerklängen.
00:18:43: das heißt das sind eigentlich spezielle Griffe auf der Flöte die man im klassischen Bereich nicht braucht.
00:18:50: ja das sind Klinge mehrere Töne erzeugen auf den Glasinstrumenten, das heißt damit kann man so eine Art harmonische Struktur dann auch bilden.
00:19:01: Manche klingen dann eher konsonant, manche sind total verrückt und ja dissonant.
00:19:09: da gibt es auch Riesenbücher, Kataloge von Griffen, deren sich eben die Komponistinnen und Kompонistinnen auch gerne bedienen, also das ist alles schon sehr gut dokumentiert.
00:19:20: Das mal ein kurzer gibt noch viel mehr.
00:19:24: Ich möchte jetzt irgendwie zu diesem ganzen Thema Spieltechniken noch sagen, dass ich finde je mehr Spieltechnik man sich aneignet auch also gerade in meiner Unterrichtserfahrung habe ich das
00:19:39: so
00:19:40: stark erlebt umso besser beherrscht man auch sein Instrument dann wieder rückwirkend auf klassische Anforderungen.
00:19:49: Also so oft habe ich das erlebt, dass durch diese Beschäftigung mit diesen extra Klangfarben... Das ist ja eigentlich auf jedem Instrument ähnlich.
00:19:57: also es kann jetzt bei der Geige ganz simpel gesprochen sein, dass man näher am Steg spielt und das sogenannte Botticello oder seinen besonderen Klang gibt oder auch mit Überdruck arbeitet.
00:20:09: Das ist etwas was man in der klassischen Musik wirklich nicht braucht.
00:20:13: trotzdem hat man dann durch diese vielen Facetten, die man in der Hand hat, die Man gelernt hat.
00:20:21: Die Möglichkeit allgemein technisch zu profitieren davon, dass man andere Sachen, die das gar nicht benötigen würden trotzdem besser spielen kann.
00:20:32: Ja, das unterschreibe ich extrem.
00:20:34: so viel was du sagst.
00:20:36: Also Geld für jetzt den Bläser und Bläserinnen natürlich genau so.
00:20:40: Das ist auch irgendwie oft spannend weil es gibt glaube ein bisschen einen Vorurteil.
00:20:46: Es gibt oder gab es früher noch mehr, aber heute trifft man's doch auch immer wieder an.
00:20:49: Dass Leute sagen, neue Musik interessiert mich irgendwie schon, aber ich möchte mir nicht meinen schönen Ton kaputt machen!
00:20:55: Oder ich hab das Gefühl, dass macht einen schlechten Einfluss auf mein klassisches Spiel und... Ich erlebe es auch so, dass einfach eigentlich um diese Techniken ausführen zu können.
00:21:05: Man einerseits eine sehr große Stabilität im Körper haben muss die man auch irgendwie hat wenn man eine gute klassische Ausbildung hat.
00:21:14: das geht irgendwie miteinander einher.
00:21:17: also stabilität und eine große körperliche Flexibilität.
00:21:20: aber auch ist jetzt theoretisch vielleicht.
00:21:23: aber und das ist genau das was meiner Erfahrung nach eben auch die Studierenden wirklich lernen indem sie wahnsinnig flexibel agieren müssten für die sehr vielen verschiedenen Techniken.
00:21:34: Nicht nur die Techniken quasi ausüben können, sondern sie auch... aneinander rein, also da profitiert man irrsinnig einfach in der ganz grundlegenden Fertigkeit die man für jede Musik braucht.
00:21:47: Und weil du gerade auch von der körperlichen Flexibilität gesprochen hast, es geht natürlich auch um die geistigen
00:21:52: Flexibilitäten,
00:21:53: die man dadurch erlangt dass man sagt aha da bin ich neugierig.
00:21:57: das möchte ich gleich probieren.
00:21:59: und ich spiele jetzt nicht nur das nach was sich schon seit hunderten Jahren irgendwie reproduziert wird.
00:22:07: Ich habe nachgelesen im PPCM
00:22:09: Studienprogramm,
00:22:10: da geht es ja auch explizit darum die Studierenden in die Praxis zu bringen.
00:22:16: Das heißt jetzt bei uns seid ihr auch gemeinsam Studierende plus Lehrende in einer Produktion.
00:22:24: wie verändert sich oder verändert sich eure Rolle überhaupt?
00:22:27: Seid ihr in dem Moment indem ihr gemeinsam mit euren Studis Auf der Bühne seid.
00:22:33: Bleibt ihr Lehrerinnen, Mentorinnen oder werdet ihr dann Kollegen?
00:22:37: Wie darf ich mir das vorstellen?
00:22:38: Weil natürlich eine studierenden, lehrenden Beziehung ist ja im künstlerischen Bereich sehr
00:22:45: eng oft
00:22:47: und sehr unmittelbar weil ja eins zu eins unterrichtet wird.
00:22:51: Und kann man sich davon lösen?
00:22:53: muss man sich Davon lösen im Zusammenspiel
00:22:57: Also wenn nicht jetzt von der letzten Produktion denke da Gottfried von einem der Prozesse, wo wir auch mit einer neuen Oberwien gearbeitet haben und wo eine damals eine Studentin von mir mit mir gemeinsam gespielt hat.
00:23:11: Ich habe jetzt gerade überlegt zuerst haben wir gedacht naja es ist sowohl als auch aber eigentlich stimmt jetzt nicht für mich das wahrscheinlich sehr persönlich wie man das angeht.
00:23:19: aber ich hab in dem Fall eigentlich versucht sie einfach im Vorfeld so gut vorzubereiten dass sich dann eigentlich sowohl fühlt in dem Setting dass ich eben nicht mehr die Lehrerinnenrolle dann dort während der Produktion wirklich aktiv ausüben muss, weil ich es ja auch als.
00:23:37: idealerweise würden sich die Studierenden dann einfach so frei fühlen und eher wie Kollegen und Kolleginnen fühlen.
00:23:44: Das wäre jetzt meine Idealvorstellung.
00:23:46: natürlich gibt's da wahrscheinlich Momente wo man vielleicht eingreift und sagt, schau mal, können wir das noch einmal gemeinsam machen?
00:23:53: Die wird es wahrscheinlich immer wieder geben.
00:23:55: Aber von meiner Haltung versuche ich eigentlich eher auf eine andere Ebene zu gehen dann im
00:24:01: Projekt.
00:24:02: Ja, ich finde
00:24:03: auch ein bisschen
00:24:03: eine schwierige Frage eigentlich weil das hängt sehr stark einfach auch von den Personen ab die da beteiligt sind.
00:24:12: Es gibt Studierende dann denke ich gar nicht dran.
00:24:16: Das ist jetzt mein Studierender oder da muss ich vielleicht irgend einen Tipp geben, wie irgendwas besser geht sondern dann bin ich einfach die Kollegin und die Musikerin.
00:24:25: Und wenn es natürlich da ein Defizit gibt oder noch etwas zu verbessern Dann wird man das versuchen.
00:24:34: aber es ist vielleicht auch gar nicht so einfach in der Situation Indem er eben gemeinsam in einer Produktion schon ist versuchen eigentlich das so zu sehen, dass das der Lernprozess einfach ist.
00:24:47: Dass wir gemeinsam spielen und durch das gemeinsame Spielen sich die Studierenden dann eben auch orientieren und auch noch steigern können und dass man jetzt in dieser Situation sozusagen diese Lehrendenfunktion mal zurücklegt.
00:25:03: Das wäre meine Einstellung... Aber es ist nicht ganz
00:25:09: klar.
00:25:10: Ich
00:25:10: glaube, das ist auch immer eine Fallentscheidung.
00:25:12: oder wie du gesagt hast, je nachdem wer sitzt neben einem in welchem Stadion befinden sich gerade die Personen?
00:25:20: Wie ist auch deren Haltung jetzt dazu?
00:25:23: Es gibt solche, die kommen und bringen sich voll ein und verhalten sich wie Kollegen und Kolleginnen.
00:25:27: Das ist natürlich für uns als Gegenüber anders als wenn jemand kommt vielleicht einfach noch nicht wohlfühlt jetzt in dem Setting oder eine Riesen-Ehrfucht vor den Klangvorum Musikern und Musikerinnen hat, dann wird es natürlich anders sein wie man sich begegnet auch im Rahmen.
00:25:44: Aber allgemein muss man schon sagen dass bei uns ein sehr flacher Hierarchie ist.
00:25:49: also das glaube ich ist wichtig.
00:25:52: Wir haben jetzt keine Professoralden
00:25:54: erlören.
00:26:09: Ich würde gerne ein bisschen zu unserem Stück kommen, zu Tree of Codes.
00:26:15: Wir haben ja schon besprochen, dass das Stück sehr komplex ist und ihr habt auch gesagt, dass es musikalisch sehr intuitiv ist was ich total unterschreibe.
00:26:24: Aber weil ihr ja eben auch als Lehrerinnen und Mentorinnen beim PPCM unterrichtet.
00:26:30: Du, Vera, spielst nicht mit aber hast natürlich Kolleginnen und Kollegen vorbereitet.
00:26:35: Ja
00:26:35: genau ich bin dabei jetzt mit den zwei Studierenden die spielen diese Stimmen zu erarbeiten.
00:26:42: Der Instrumentenpark ist sehr divers möchte ich sagen es gibt diesen wahrscheinlich sehr auffällig diesen Double Bell Brass Körper, diese Blechbläser mit zwei Schaltrichtern.
00:26:54: Dann gibt es
00:26:55: Kuriositäten
00:26:56: wie eine Strohviol die nicht aus Strohe ist, sondern von einem gewissen Herrn Stroh entwickelt
00:27:01: wurde.
00:27:01: Das wusste ich gar nicht!
00:27:05: Ich nehme ihn nicht auf den Arm und es gibt viele unterschiedliche Instrumente.
00:27:11: Und ich habe nachgelesen, Tree of Coats ist ja bis jetzt uraufgeführt worden zwei, drei Mal glaube ich gespielt worden und ich habe nachgelesen dass diese Instrumente teilweise extra angefertigt
00:27:24: wurden.
00:27:25: Wie geht ihr als Ensemble damit um?
00:27:28: Wie sind denn unsere Instrumerte die man ab dem einunddrahtigsten Oktober in Wien erleben kann?
00:27:32: Sind sie ausgebohrt worden?
00:27:33: werden die angefertigen?
00:27:35: wie funktioniert das?
00:27:36: was ist da eure auch detektivische Arbeit vielleicht daran wenn es darum geht einen Instrument zu verändern?
00:27:43: Also jetzt muss ich noch mal sagen, ich wusste wirklich nicht dass es Stroh wegen dem Herrn Stroh
00:27:47: heißt.
00:27:48: Nicht das er ist
00:27:49: nicht aus Stroh.
00:27:52: Aber es gibt ja auch einen anderen Namen glaube ich für diese Drichtergeige oder so.
00:27:58: und deswegen weil eben zusätzlich ein Metalldricht vorne angebracht ist und dadurch klingt das Instrument Ja, wie eine Ermischung aus einem Blechblasinstrument und einer Geige.
00:28:11: Das ist ganz interessant!
00:28:12: Ist da
00:28:12: nicht noch ein Membran drin?
00:28:14: Wahrscheinlich ja.
00:28:16: Zum Abnahme?
00:28:17: Vielleicht müssen wir wirklich mit der betreffenden Person... Ich glaube, wir müssen das nochmal recht schnell reden.
00:28:22: Warum das auch genau so klingt, das kann ich jetzt gar nicht erklären.
00:28:27: Also auf jeden Fall haben sie so einen Instrument nicht im Klangformen ausgeborgt von der Musikfabrik, die damals die Ohr-Aufführung von dem Stück gemacht hat.
00:28:37: Und
00:28:38: über die anderen Instrumente?
00:28:40: Ja also ich kann jetzt über die Flöten.
00:28:42: natürlich weiß ich Bescheid.
00:28:43: da ist in der einen Stimme hauptsächlich Bassflöte.
00:28:50: Das ist ein großes Instrument aber in der Zeit gibt es eine Musik total Standard.
00:28:55: das wird mindestens genauso oft verwenden wie C-Flöte Also die normale Flöte.
00:29:01: Dann verwenden beide Flötestinnen auch Piccolo, natürlich auch ganz bekannt.
00:29:06: Und dann und da man tatsächlich ein bisschen mit der Lisa Lim irgendwie Rücksprache halten müssen ist in der zweiten Flötenstimme sind einige Stellen mit der Subkontrabassflöte zu spielen.
00:29:19: Die Subkonto-Bassflößer ist das größte Flödeninstrument was es gibt.
00:29:23: Ich habe einmal vor zwei Jahren in Tokio das Vergnügen gehabt auf so einer spielen zu können oder überhaupt zu versuchen, da eigentlich nicht viel Klamm rauszukriegen.
00:29:36: Angeblich hat die Flötistin, die bei der Uraführung dabei war, so ein Instrument gehabt und wie Sophie auch schon gesagt hat, da Lisa eben auch jemand ist, die dann ganz eng mit den Leuten zusammenarbeitet hat sie natürlich sicher gern für dieses Instrument geschrieben.
00:29:51: Jetzt haben wir versucht so einen Instrument aufzutreiben Was gar nicht leicht ist, ja.
00:29:56: Wir haben aber seit ein paar Jahren besitzt das Klangvorm eine Konterbassflöte was das nächste kleinere immer noch sehr große Instrument ist.
00:30:03: also man muss sich vorstellen man steht und diese Flöte macht so einen Bogen.
00:30:10: Also ist ein ziemlich, würde man sagen, fünfzehn Zentimeter dickes Rohr und steht senkrecht, macht dann ein Bogen und man kann die also nur im Stehen spielen.
00:30:19: So ein Instrument hat das Klangforum selber und wir sind jetzt überreingekommen dass das auch passt für diesen Part.
00:30:27: Das
00:30:27: sieht dann die Subkontrabassflöte aus?
00:30:30: Die Subkonto-Bassflotte ist einfach
00:30:31: noch dicker... Und noch länger!
00:30:33: Noch länger und die ist da einfach noch so ein bisschen mehr geschwungen.
00:30:40: Es klingt beides wahnsinnig tief.
00:30:43: Beide Flöten haben einen riesigen Luftanteil und sie eignen sich sehr gut für diese verschiedenen Techniken, aber Lisa Lim hat wirklich ohne zu zögern gesagt das ist überhaupt kein Problem.
00:30:56: macht es bitte auf der Kontrabassflöte wenn ihr die habt.
00:30:59: bevor man jetzt irgendwie weit sucht
00:31:03: Gehen wir mal vom Klang
00:31:05: Richtung Bühne.
00:31:08: Im Setting, im Reaktor haben wir natürlich keinen klassischen Orchestergraben.
00:31:13: Das wäre auch viel zu langweilig.
00:31:15: und das Klangforum plus die PPCM Studierenden haben ja auch einen Namen und zwar seid ihr The Crowd!
00:31:23: Und als The Crowd habt ihr natürlich auch szenische Aufgaben.
00:31:27: oder werdet ihr szenischer Aufgaben haben?
00:31:30: Das bedeutet ihr bekommt wahrscheinlich ein bisschen Kostüm.
00:31:33: Ihr bekommt auch scenische Anweisungen.
00:31:36: Und jetzt frage ich mich im Vorfeld, wie geht man davor?
00:31:39: Ihr habt natürlich Notenstände nämlich an teilweise auf der Bühne.
00:31:43: Aber wisst ihr schon müsst ihr auswendig spielen?
00:31:47: was müsst ihr genau tun und wie spielt es sich auf dem Instrument wenn man noch eine Szene dazu zu spielen hat?
00:31:56: Ich denke für uns sondern auch für die pbcm Studierenden ist natürlich gerade so ein Stück beteiligt.
00:32:02: das ist ideal weil man eben so vieles lernt und trainiert damit.
00:32:07: Also ich war gestern kurz bei der Probe zu schauen, die die PPCM Studierenden jetzt mit Anna und Emily hatten und fand auch, dass es großartig ist.
00:32:20: Wenn eine Flöte am Boden liegend Kontabattflöte spielt das wird sie so schnell nicht mehr... die Gelegenheit haben, wahrscheinlich zu machen auf einer Bühne und das trainiert ganz viele Dinge.
00:32:31: Und vor allem auch einfach große Bereitschaft offen zu sein und sich zu bewegen und Teile von der Partitur auswendig zu spielen finde ich wahnsinnig wichtig dass es ein Teil ist von dem was wir den Studierenden vermitteln und ist darum ein super.
00:32:46: nicht nur darum aber auch darum ein Superprojekt.
00:32:50: Ja und ich glaube also wir haben über das Ehe schon oft miteinander gesprochen Wir finden Beide.
00:32:56: Es ist eigentlich einfacher, wenn man in so einer Produktion die schwierigsten Sachen spielt auch auswendig oder auf dem Rücken liegen bei irgendeiner Bewegung als wenn man auf die Bühne geschickt wird und irgendwas abliefern muss und dann wieder zurückgeht.
00:33:12: also weil man ist eingebunden in einem Prozess der es einem auch gar nicht erlaubt zum Beispiel jetzt irgendwie zu viel nachzudenken
00:33:20: genau
00:33:20: über Dinge, die vielleicht stören würden wenn das gut gemacht ist.
00:33:25: und mit der Emily Hale haben wir ja auch schon gearbeitet.
00:33:30: Es geht immer um die Musik, es geht immer darum dass die Gestaltung sozusagen verstärkt wird und nicht irgendjemand etwas machen muss was jetzt eigentlich gerade gar nichts passt oder wahnsinnig unbequem ist.
00:33:44: Und das macht eigentlich leichter auch einfach die Musik zu interpretieren.
00:33:50: Ja, genau.
00:33:50: Und sich auch wirklich selber persönlich zu involvieren, finde ich ja natürlich auch dadurch dass es auswendig gespielt ist dann über einige Strecken
00:33:58: Genau!
00:33:59: Es gibt eben da so kleine Soli-Instrumentale wo sie sich ihre Schäden gewünscht hat das dann da auch szenisch was passiert.
00:34:08: Das heißt das haben Sie tatsächlich auswendigen müssen oder sind sie gerade dabei und dann geht man eben weg von diesem Setting mit den Pulpen hat eben vielleicht zwei, drei Minuten auswendig zu spielen und das wird dann inszeniert.
00:34:25: Jetzt ist es vielleicht im Probenprozess noch ein bisschen so früh gefragt aber ich habe es ja hier mit zwei erfahrenen Musikerinnen zu tun.
00:34:34: der Reaktor ist ja sehr lang gestreckt und ich weiß auch dass die Bühne langgestreckt sein wird.
00:34:38: Ich weiß dass die Anna Sushon auch die musikalische Leitung übernimmt wahrscheinlich an einem Punkt stehen wird wenn ich mir jetzt nur so potenziell vorstelle, wie ihr sitzt und wo ihr euch bewegt.
00:34:54: Wie routiniert seid ihr darin oder was glaubt ihr welche Routine man haben muss?
00:34:59: Ihr müsst ja den Kontakt zueinander noch irgendwie haben!
00:35:02: Also was ich gestern bei dieser Probe mit den Studierenden gesehen habe ist eben auch dass die Emily Hale da einfach ein super Gespür hat selber Musikerin ist.
00:35:14: Es wird sicher von ihrer Regie-Arbeit so sein, dass das alles was sie anregt und was sie entscheidet eben der Musik hilft.
00:35:22: Das war gestern auch klar.
00:35:25: Gestern wurde zum Beispiel dann ausprobiert, eben The Crowd singt auch
00:35:30: dann
00:35:31: am Schluss und Sie haben ausprobieren wie es ist wenn wir körperlich sehr eng beieinander stehen oder wie ist es wenn wir in einer Linie sind und singen?
00:35:39: So werden dann Entscheidungen getroffen.
00:35:42: Also da vertraue ich Emily hundertprozentig, dass das alles was sie in der Regie macht.
00:35:50: Dass das wirklich die Musik und auch der kommunikation, der musikalischen Kommunikation dient ja?
00:35:55: Ich nehme auch an also eben nicht bin jetzt im Probenprozess nicht involviert aber normalerweise ist es dann so wenn man über eine Bühne mit verschiedenen Positionen gibt's dann einfach auch verschiedene Bildschirme wo dann die Anna so schon Dirigentin auch zu sehen ist, dass man eben in verschiedenen Positionen Kontakt halten kann zur Dirigentine.
00:36:17: Gibt es für euch einen musikalischen Moment in Tree of Codes oder etwas Musikalisches wo ihr unseren Publikum jetzt gerne sagen würdet hört da mal ganz
00:36:29: genau hin?
00:36:31: Also ich freue mich sehr auf die Chorstellen.
00:36:35: also das ist glaube hat immer so eine ganz besondere Qualität, wenn Musikerinnen singen.
00:36:44: Also das bringt irgendwie noch mal so eine ganze andere Dimension und ich glaube, dass wird was ganz Besonderes.
00:36:50: aber...
00:36:51: Ich bin ja auch nicht im Probenprozess dabei gewesen.
00:36:54: also diese Frage könnte ich dann
00:36:58: nachher besser
00:37:00: beantworten weil wir es mitten in der Musik drin stecken.
00:37:04: Oder wir müssen einfach unser Publikum einladen, ab dem einunddreißigsten
00:37:07: in den Reaktor zu kommen.
00:37:08: Unbedingt!
00:37:09: Das sowieso, ja?
00:37:11: Unbedingt.
00:37:13: Liebe Sophie, liebe Vera, herzlichen Dank dass ihr euch so viel Zeit genommen habt, Rede und Antwort gestanden
00:37:18: habt
00:37:20: über das Klangforum Wien, das PPCM und Tree of Codes.
00:37:24: im Anschluss hören Noch ein paar Statements von PPCM-Studierenden aus dem ersten Workshop in Graz.
00:37:31: Und wer neugierig geworden ist, Leiser Limtree of Codes feiert am thirty-sechsten Oktober im Reaktor die österreichische Ersterführung.
00:37:38: Weitere Vorstellungen
00:37:39: folgen am dritten, fünften,
00:37:41: sechsten und achten November.
00:37:43: Alle Informationen und Tickets gibt es auf der Website der neuen Oper Wien.
00:37:47: Danke fürs dabei sein!
00:37:48: Unser Fiederhörn bei den Klangreisen, dem Podcast der neuen
00:37:50: Opera Wien.
00:38:09: Mein Name ist Pablo Marion Reyes und ich spiele in meiner Disemproduktion Posaune oder besser gesagt eine Doppelbecherposaune.
00:38:20: Was ermöglicht eine Doppelbecher-Posaune?
00:38:24: Also mit Lisa Lim haben wir eigentlich das entdeckt, dass sie eine quasi ein zweites Persönlichkeit für die Posaune ermöglicht hat.
00:38:36: Im Sinne, dass zwei verschiedene Persönlichkeiten haben, zwei verschiedene Farbe und zwei verschiedene Intentionen oder Intensitäten, es ist quasi im Körper zweisällig zu haben.
00:38:56: Es ist ganz besonders!
00:38:59: Beim Lisalim haben wir das als erstes mal entdeckt.
00:39:04: In ihrer Musik hatte er auch die Möglichkeit, seinen solos Stück für viel Doppelbächer-Instrumenten zu spielen und die Musik gespielt uns durch diesen zwei Belten.
00:39:18: Das bleibt glampfarben.
00:39:21: Besonders in dieser Produktion ist dass alle blickblässe Instrumenten fliegt mit einem doppelbecher Instrument und es ist ganz schön, weil dann diese Frage besitzen wir mit einem Klang auseinander.
00:39:39: Es ist ganz besonders, dass ich mehr Möglichkeiten habe, Farwen eigentlich zu wechseln oder so entscheiden.
00:39:46: Es gibt eine Kommunikation an den Dialogen zwischen innerhalb dieses Instruments.
00:39:51: Das ist das eigentlich ganz besonders!
00:39:54: Leider gibt es gerade nicht die Mülligkeit, das Instrument eigentlich so schön und so vorfertig zu kaufen.
00:40:03: Man muss mit einem Instrumentebauer im Kontakt setzen und dann das Instrument übersprechen und bieten das extra aufzubauen weil es gerade keine ecktes Instrument gibt obwohl in der letzten Zeit sehr berühmt geworden ist.
00:40:48: Ja, ich bin Markus.
00:40:49: Ich bin der Pianist beziehungsweise... ...ich spiele nicht nur Klavier sondern eben auch Shooty-Box Kalimba und Toypiano.
00:41:00: Das spannende für mich an diesen Instrumenten ist dass das Klavier normalerweise durch die Tastatur natürlich einfach ein gestimmtes Instrument ist mit wohl temperierten Tönen.
00:41:10: Jetzt mit dem Out of Tune Piano Und auch der Kalimbar, die ein bisschen verstimmt sind haben wir noch ganz andere Reibungen, andere Klänge mit dabei und natürlich ist das eine Herausforderung zwischen den Instrumenten schnell hin- und her zu wechseln.
00:41:26: Manchmal sind die Wechsel sehr, sehr schnell und die Instrumente müssen dann
00:41:30: alle
00:41:31: um mich herum gruppiert sein.
00:41:33: vor allem können sie auch nicht im Klavier liegen weil die Sängerin und ich auch am Klavier uns bewegen werden.
00:41:41: Manchmal muss ich mich vermutlich auch mit den Instrumenten durch den Raum bewegen, das ist sowieso auch ungewöhnlich am Klavier
00:41:48: sich auch
00:41:49: performancemäßig zu bewegen weil wir normalerweise natürlich auch möglichst still sind und nur die Tasten betätigen.
00:41:58: Insofern ist es eine ganz besondere Herausforderung aber auch sehr spannend das zu machen was sind eigentlich diese Instrumente Um die es da geht, die Shooty Box.
00:42:08: Das kann man sich so ein bisschen vorstellen wie eine Art Mini-Accordion oder ein Dudelsack wo man Register eingibt mit wo dann die Töne ausgewählt werden und dann hat man einen Bike den man betätigt und dann kommt so ein ganz langer langgezogener Sound.
00:42:27: Da kommen auch Luftgeräusche vor.
00:42:29: Man kann ein bisschen mehr Luft geben dass das
00:42:32: nicht
00:42:32: ganz so harmonisch klingt sondern es noch ein paar Reibungen gibt Und man kann natürlich auch Tremolos machen.
00:42:39: Bei der Kalimba ist es so, dass man mit Heizungen hat die Zupftmann und eine.
00:42:44: das F ist ein bisschen nach oben verstimmt.
00:42:48: Dadurch ergeben sich auch ganz interessante Reibungen dann.
00:42:51: Das kriegt einen ganz magischen Klang!
00:43:02: Ich bin Lucia, ich bin PPSM Flutistin und ich arbeite an dieser Projekt mit Lisa Limtry Offcoats und Neue Oberwien.
00:43:11: Das Projekt gefällt mir sehr.
00:43:14: Ich glaube, es ist sehr interessant, weil wir nicht nur Musikern sind aber auch Akteuren und Sängern – ich und Micho, die zweite Flutistin.
00:43:24: Wir spielen vier verschiedenen Flüten.
00:43:28: Piccolo, Contrabassflute, Bassflute- und Seeflute.
00:43:32: Und es ist einfach wirklich ein Challenge für beide von uns immer zu wechseln.
00:43:42: Ich freue mich auch schon, Lisa Lim zu treffen.
00:43:45: Es ist eine grosse Rolle von jungen Frauen in zeitgenössischer Musik und es ist mir sehr große Freude auch mit neuen Opavien zu arbeiten und zurück zu diesen österreichischen Szenen zu kommen.
00:44:20: Hallo ich heiße Simon.
00:44:22: Ich komme aus Polen und studiere beim PPCM mit Klang Form Winn und bei Disney Produktion spiele ich Viola.
00:44:28: Normalerweise spiele die Geige aber bei diesem Produktion spiele ich Bracce und den Strohviol.
00:44:34: Ich finde dieses Instrument sehr interessant, das ist erstes mal dass ich habe es gesehen und es klingt
00:44:42: wie...
00:44:43: ich weiß nicht vielleicht Gramophon oder so?
00:44:46: Das ist ein bisschen wie eine normale Bracche aber dann ohne diese Holzsache gibt's eine Gramophontrichte.
00:44:55: ja ich glaube dass es kann sehr sehr interessant klingen.
00:45:00: Es ist sehr gut mit der Musik von Lysalim und auch in dieser Setting, diese Szene.
00:45:05: Ich glaube das wäre super!
00:45:09: Ich bin immer in diesem Projekt weil ich finde es sehr interessant für uns als Musikern und Musikern das zeitgenössische Musik spielen etwas anderes als nur die Instrumente zu spielen Und ich finde dass es sehr gut das zu machen Weil in dieser Produktion wir können vielleicht ein bisschen aus Schauspieler sein viele, viele Aktionen auf die Bühne haben.
00:45:32: Ja es ist auch sehr gut für uns zum singen ab und zu.
00:45:35: also das ist auch gut.
00:45:37: ich nehme teil weil ich finde dass auch sehr lustig ab und so das zu machen Und für mich ist es auch etwas das als Kind Ich habe immer gedacht Es wäre super cool Theater zu machen und ich hab das nie gemacht und Das ist eine Chance das zu Machen.
00:46:21: Ich bin Alexandra Kornovich und ich bin die erste Geigerin.
00:46:26: Als Musikerin und Performerin fühle ich mich sehr wohl, das ist etwas Neues
00:46:32: für
00:46:33: mich und es muss meine Grenzen überschreiten aber es ist eine große Bereicherung und macht Freude mit anderen Menschen zusammenarbeiten.
00:46:46: Die
00:46:47: Gegenstimme ist schwierig und ich muss das üben, besonders wenn ich tanze und dabei lege.
00:46:55: Das ist nicht gerade typisch für Musiker aber ich denke... Ich mache das gut!
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