Geschichte - Leading Team
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00:00:05: Neue Oper Wien.
00:00:07: Willkommen bei Klangreisen, dem Podcast der neuen Oper Wienen!
00:00:10: Mit großen Schritten nähern wir uns der Premiere zu unserer ersten großen Produktion der Saison aus Gastrasnoy's Geschichte.
00:00:17: Premiere und Wiener Ersterführung ist am sechzehnten September, im Makk.
00:00:22: Weitere Vorstellungen finden am neunzehnten, zwanzigsten, zweieinzwanzigste und dreientwanzigstem September jeweils um neunzenhn und dreißigstatt.
00:00:30: Gerade erst hatte ich hier auf unserer Probebühne das Vergnügen, mit einem nahezu vollständigen Sängerinnen-Cast zusammenzusitzen.
00:00:37: Heute möchte ich den Blick hinter die Kulissen richten und habe mir die Personen eingeladen, die diese Produktion maßgeblich gestalten – Das Leading Team wie man so schön im Theater Jagon sagt!
00:00:47: Bei mir sind also einer suchenden musikalische Gesamtleitung Taro Morricava Regie und Vanessa Pressel, die für Bühne und Kostüm verantwortlich zeichnet.
00:00:56: Wenn Sie unseren Podcast aufmerksam verfolgen, ist Ihnen Anna Suchand sicherlich bereits bekannt.
00:01:01: Die Spezialistin für zeitgenössisches Musiktheater war viele Jahre lang Studienleiterin an der neuen Oper Wien und hat mit im Jahr die Intendanz des Hauses übernommen.
00:01:11: Auch Taro Murikawa durften wir Ihnen bereits in einer früheren Podcast-Folge vorstellen.
00:01:15: Er ist Regisseur, Sänger, Sportler und ein echtes Multitalent in den unterschiedlichsten Disziplinen und mit unterschiedlichen Interessen.
00:01:22: Vanessa Pressel verantwortet Bühne und Kostüme dieser Produktion.
00:01:25: Sie studierte an der Kunstuniversität in Graz und arbeitete bereits für Oper-, Musiktheater und Schauspieler.
00:01:32: Sie war unter anderem an der Oper Graz, an der Volksoper und am Musiktheathe an der Wien tätig.
00:01:37: Herzlich willkommen hier drei!
00:01:38: Danke dass sie euch nach der Probe Zeit genommen hat, die Probentage sind ja immer sehr lang und herausfordernd.
00:01:45: In der vorangegangenen Folge haben wir von unserem Kars bereits erfahren dass diese Oper ganz ohne Orchester auskommt.
00:01:52: Geschichte ist eine Akapella-Operette in der sämtlichen musikalischen Ebenen von den Stimmen der Sängerin und Sänger getragen werden.
00:02:00: Anna wenn ich jetzt gleich mal bei dir beginnen darf Warum gerade dieses Werk?
00:02:06: Du bist ja auch Dirigentin.
00:02:08: Man würde denken, dass sich eine DirigentIn dann noch immer natürlich für ein Stück Mitorchester entscheidet.
00:02:14: Ja, eine Dirigentin will natürlich immer dirigieren aber die neue Europawin will immer zeigen was für unterschiedliche Richtungen die zeitgenössische Musik geht und was für viele neue Möglichkeiten zeitgenösisches Musiktheater bietet.
00:02:32: Und wenn es schon eine Möglichkeit gibt, eine Oper zu zeigen wo die Sänger eigene Herren sind haben wir beschlossen.
00:02:41: Wir müssen das unbedingt aufgreifen.
00:02:43: Es heißt ja nicht dass der Dirigent ganz unnötig ist.
00:02:46: umgekehrt Weil die Aufführungen ganz ohne Dirigenten ablaufen, muss umso mehr in Vorfeld mit Dirigentem geprobt werden.
00:02:56: Man muss es von der Seite hören, man muss Balance aufbauen und Sängern helfen, die innere Koordination zu finden wie sie das Tempo halten meistern, ohne dass Sie auf eine Hand blicken.
00:03:07: Man muss denen also noch viel mehr Werkzeuge in die Hand geben, damit sie die Vorstellung dann steuern können.
00:03:13: Und diese Arbeit macht immens viel Spaß und bei der Vorstellungen darf ich mich dann zurücklehnen und einfach genießen.
00:03:20: Hast du auch selten das du ein Publikum dabei setzen kannst?
00:03:23: Unwahrscheinlich selten, obwohl ich das schon zweimal gemacht habe ist fantastische Möglichkeit.
00:03:28: Ich freue mich dass es ein drittes Mal gibt!
00:03:32: Und Taro Unvanessa arbeitet auch in der Oper und im Musiktheater.
00:03:37: Opa ohne Orchester ist wahrscheinlich für euch auch nicht so ganz gängig.
00:03:42: Was habt ihr davon gehalten, als du zum ersten Mal in Berührung mit diesem Stück gekommen seid?
00:03:50: Ich erinnere mich da gleich an die Abschlussproduktion, die du da konzipiert hast.
00:03:57: Vanessa hat ja Bühnenbild und Kostüm in Graz studiert.
00:04:03: geschlossen mit einer Oper, die ohne Sänger auskommt.
00:04:09: Und ohne Orchester!
00:04:12: Mit Tonanspielungen, genau als ich auf der Rauminstallation rausgemacht habe und vor dem her war man schon ein bisschen vertraut mit anderen Formen der Oper und man von meiner Warte aus natürlich denkt man sich... Cool, ich muss kein Riesenorchester unterbringen in einem kleineren Raum.
00:04:30: Also die Freiheit glaube ich war schon sehr anziehend für uns beide jetzt so mal irgendwie anders arbeiten zu können.
00:04:39: So schön Orchester ist und so schönes Mietorchester ist aber es eröffnet natürlich ganz ein anderes Arbeiten und die Formel von Opern zu entdecken war für uns beiden glaube ich ziemlich spannend.
00:04:54: Ja und ich habe ja bereits mehrere Operetten inszeniert.
00:04:59: Und einer davon war die Fledermaus, was auch für meinen Abschluss inszenierte.
00:05:04: Da habe ich im zweiten Akt so gemacht dass das Publikum auf der Bühne ist und wir quasi ein immersives Musiktheater machen.
00:05:14: Wie ich dann dieses Stück kennengelernt habe, habe ich sofort an immersives Theater gedacht.
00:05:19: Weil man hat wie Vanessa gerade gesagt hat den Luxus sich den Raum so gestalten kann, wie man möchte denn das Publikum dort hin platzieren kann und kein Orchester zu haben ist wirklich eine schöne Gelegenheit wahnsinnig große Freiheit auszunützen.
00:05:40: Das ganz Lustige war beim Arbeiten, wir haben separat mal angefangen uns mit diesem Stück zu befassen und sind dann ohne eigentlich miteinander darüber zu sprechen auf diese Bühne gekommen oder dieser Bühnenkonstellation gekommen dass das Publikum links und rechts sitzt Und in der Mitte haben wir diese Inseln.
00:06:00: Für mich war es eher ein Laufsteg Und Vanessa hat das aufgeteilt auf Inseln und dann haben wir gemerkt, dass es das ist.
00:06:11: Wir haben uns sehr stark von dem Raum inspirieren lassen.
00:06:14: Wir hatten eine Raumbegehung vor einem Jahr.
00:06:19: Der Vortragssaal im Makk ist ein wunderschöner alter Saal mit ... Holzvertiefelungen?
00:06:25: Ja, mit fantastischen Holzvertiegelungen... Der Raum gibt auch schon eine Story her.
00:06:30: Und wir wollten unbedingt den Raum nutzen, wie er ist und mit dem arbeiten.
00:06:38: Das heißt wenn wir jetzt direkt schon beim Raum sind möchte ich natürlich da ein bisschen genauer drauf eingehen.
00:06:45: Anna das ist ja...
00:06:46: auch
00:06:47: deine Entscheidung als Intendantin, dass Opa in einem Museum stattfinden kann und das es in diesem Vortragssaal ist.
00:06:55: Und wir haben schon gehört Holzvertefelung Wir haben drei Inseln in der Mitte Das heißt was passiert auf diesen drei Insen?
00:07:03: Und das Publikum sitzt quasi dreihundertsechzig Grad also vorne und hinten nicht wenn ich das richtig verstanden habe aber links und rechts.
00:07:12: Was ich mir jetzt gerade denke Ist das nicht schwierig?
00:07:16: Wenn ich drei Inseln habe, ich hab das Gefühl wenn die Leute zueinander singen dann sieht das Publikum nur den Rücken.
00:07:23: Ich glaube man muss wahrscheinlich vom Gedanken her also muss man einfach weggehen von einer Guckkastenbühne und auch von einem GuckKastenpublikum in der Form jeder Raum hat es eine andere Herausforderung die er mit sich bringt.
00:07:37: Also im Guck Kasten habe Die Möglichkeit jetzt, da weiß ich okay.
00:07:41: Der Sänger darf halt nicht nach hinten singen sondern muss nach vorne und dann sieht man den Rücken nicht unter dem Ton genau wo er hingehen soll.
00:07:49: Und das kann ich natürlich auf so einer Bühne sehr schlecht steuern Muss sich aber vielleicht auch nicht zwangshaft weil Das ersetzt wird dadurch dass ich die Sänger drei Meter entfernt habe oder zwei Meter entfernte habe Dass ich als Publikum einfach einen ganz anderen Eindruck vom Abend mitnehmen und es ist irgendwie die große Chance von diesen Räumeln wirklich so ganz nah dran zu sein, uns ganz anders zu erleben.
00:08:16: Also ich muss auch sehr darauf achten zum Beispiel welche Requisiten wir auswählen weil ich kann nicht schummeln die Leute sitzen zwei Meter daneben und sehen dass das echtes Holz oder altes Holz ist oder kein echtes Altersholz ist.
00:08:30: also das ist halt herausfordernd aber natürlich auch schön weil man muss einfach ein bisschen anders denken Und gibt ja hoffentlich den Publikum auch immer ein anderes Erlebnis mit.
00:08:42: Ich habe gestern daran gedacht, ich habe mal bei einer großen Produktion mitgewirkt und da haben Sie teure Masken behauptet indem sie einfach Karton ausgeschnitten haben und das mit Goldspray angesprayed und von der Ferne hat es ausgeschaut wie wahnsinnig teure Masten aus Gold.
00:09:00: Aber das ist, weil du ein riesengroßes Orchester dazwischen hast.
00:09:04: Hier sieht man sofort eine Maske aus Karton und was wir auf der Bühne haben muss ganz genau sein.
00:09:17: Ja, ich glaube man muss für mich
00:09:19: eben auch einmal irgendwie den Rücken zu sehen von jemandem.
00:09:22: Aber dafür sieht man andere Dinge viel genauer als du je sehn würdest und hörst vielleicht
00:09:28: andere Dinge aus.
00:09:29: Ich finde es ist genial dass man einmal Rücken von Sänger kennenlernt weil von Dirigenten kennt man nur den Rucken zum Beispiel und sitzt ganz selten das Gesicht.
00:09:38: gut mein Rücken wird oder mein Gesicht wird hier auch nicht gesehen.
00:09:42: aber eben dass die Sänger auch alles ganzes als Künstler mit ihr Energie und Gestaltungsenergie so nahe zu erleben sind, finde ich ein ganz wichtiger Moment.
00:09:53: Weil es bricht ein bisschen das traditionelle Abstand dieser Sicherheit- und Respektabstand und lässt das Publikum vielleicht viel näher dran an die Aussage des Werks ist das für mich eine Möglichkeit als Zuschauer und ich werde eben Zuschauerin sein, sich vielmehr mit den Geschehen zu identifizieren.
00:10:20: Das sozusagen richtig nahe zunehmen, berühren... Ich finde es ist ein ganz spannendes Erlebnis!
00:10:27: Wenn wir schon beim Geschehn ganz nahezu erleben sind würde ich gerne vielleicht ein bisschen über das Stück sprechen.
00:10:36: Die Geschichte ist ja eigentlich relativ Simpel erzählt bis zu einem gewissen Grad zumindest.
00:10:44: Es ist ja sehr linear, dass es um diesen jungen Witold geht der siebzehn Jahre alt ist, der mit seiner Familie kämpft, der um seine eigene Freiheit kämpfe und sich
00:10:58: um
00:10:58: Rollenbilder Gedanken macht, sich um Anpassung Gedanken macht und eben unangepasst sein möchte.
00:11:05: Im Stück ist das einfach, weil er barfußdurchs Leben gehen möchte was der Großteil seiner Familie ablehnt.
00:11:13: Ist dann diese Freiheit oder diese Barfüßigkeit... ...der rote Faden,
00:11:19: der
00:11:20: dieses Stück durchzieht?
00:11:22: Ja kann man schon sagen ich würde das noch aus einem größeren Kontext nehmen.
00:11:29: also für mich ist der rote faden die Figur in Konstellation haben und das ist einfach der Vater bleibt die Vaterfigur egal ob wir in der Familie sind.
00:11:42: Wir wechseln mal auch den Setting zur Schule, dann sind wir im Gerichtssaal, dann haben wir auf einmal historische Figuren.
00:11:50: da kommt der Kaiser Wilhelm
00:11:52: II.,
00:11:52: der letzte deutsche Kaiser oder Zahn Nikolaus II.
00:11:56: kommt auch vor.
00:11:56: Das sind alles Vaterfiguren die Autorität porträtieren hysterischen Mutter zu den vier Kindern und vor allem zum Vitold, der anders ist.
00:12:14: Der Unkonventionellist aus der Form Ausrichter, der ja in Außenseiter ist.
00:12:20: Diese Konstellation ist die rote Farben, der sich durch das ganze Stück durchzieht.
00:12:28: Deswegen ist das auch eine etwas unübliche Erzählweise von der Geschichte, weil manchmal ändern wir den Raum und die Zeit ohne einen konkreten sichtbaren Grund oder einen Trigger zu haben.
00:12:41: Da sind wir auf einmal in der Schule – und wir wissen nicht wie wir auf einem an dieser Schule gelandet sind – aber diese Personenfigurienkonstellation bleibt!
00:12:51: Es ist eine Geschichte aus der Sicht des Außenseiters erzählt in verschiedenen Orten und in verschiedenen Zeiten.
00:13:02: Die Figuren sind sofern Archetypen, dass ich sie mit Taro-Karten verglichen habe
00:13:08: –
00:13:09: was in unserem Fall besonders doppelt
00:13:12: lustig
00:13:12: klingt!
00:13:14: Ja, die Charaktere sind wirklich also Ahoytypen und diese Ahoy-Typen werden in alle möglichen Zeiten und Rollen dargestellt.
00:13:23: Und immer mit den Außenblick von Witold bis er sich dann auch in ein Ahoy Typ im Endeffekt findet weil es gibt ja in Tarokarten auch der Naren Der gehört ja auch zum Deck dazu.
00:13:37: Aber das wirklich Interessante was ja dieses Stück.
00:13:41: Ich meine, jetzt reden wir oft auch in Opernproduktionen über Ebenen und noch tiefere Ebeninnen und Meta-Ebenen.
00:13:48: Und Doha Taro hat gerade eben gesagt historische Persönlichkeiten.
00:13:51: Das Interessante ist dass das Libretto ja basiert Auch auf historischen Personen die wir zwar nicht kennen und zwar Ist das Libreto nach Wiltold Gombrowicz Und er porträtiert in diesem Stück und in dieser Bühnenfassung jetzt, die Oskar Strasner und Galiensdäuf gemacht haben.
00:14:12: Porträtt ja seine ganze Familie!
00:14:16: Das heißt wir kennen zwar Wilhelm
00:14:18: II.,
00:14:18: wir kennen Sam Nikolaus
00:14:20: II.,
00:14:20: aber wir sind vielleicht mit der Familie Gumrovic nicht so vertraut... ...und das sind aber tatsächlich die wirklichen Geschwister- und die Eltern.
00:14:30: Und um jetzt auf den Punkt zu kommen, in der letzten Podcast-Folge hat Johannes Wieners, der bei uns den Witold verkörpert was ganz Interessantes gesagt.
00:14:38: Wir wissen ja nicht ob diese Figuren so sind weil sie Witold Gomrovic tatsächlich so gesehen hat oder ob die objektiv genauso war.
00:14:48: Hat das bei eurer Arbeit irgendwie eine Rolle gespielt dass es tatsächlich auch eine Familie ist?
00:14:55: Die Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts tatsächlich so als Familie existiert hat?
00:15:00: Ja, eigentlich.
00:15:01: Wir haben aus dieser Familie eine Dynamik heraus so ein bisschen entwickelt und einen der gedacht, wir haben schon eher gedacht wie toll sie sich so sieht.
00:15:10: Also wir waren sehr stark dabei zu sagen, wie sie wie toll die Welt ist.
00:15:15: Und vielleicht sind da deshalb manche Figuren sehr überzeichnet weil er sie so wahrnimmt und weil sie sehr andersartig sind im Gegenüber.
00:15:27: Vielleicht sieht die Mutter sich nicht als hysterisch, aber bei uns ist sie hysterisch.
00:15:30: Weil wie wollen Sie es hysterisch sehen?
00:15:32: Also dass sie definitiv die Charaktereigenschaften haben, wie wie wollen sie sie sehen?
00:15:38: und das Spannende ist ja irgendwie so an Familien.
00:15:43: Ja, sie sind alle irgendwie anders und alle irgendwie gleich.
00:15:47: Immer wenn's Personenkonstellation gibt sag ich jetzt mal ob es bei der Arbeit ist oder vielleicht... im Großen ist.
00:15:55: Wir gehen ja dann wirklich zum Richter, wir gehen zum Kaiser aber es kann sein dass der Kaiser mit seiner Frau gleich umgeht wie die Mutter von Vito damals mit dem Vater.
00:16:08: also die Figuren und Dynamiken können sehr ähnlich sein in kleinen Familiensystemen wie sehr großen Systemen und das fanden wir sehr spannend unter gute herangehensweise unsere Geschichte zu erzählen.
00:16:26: Das heißt, ihr findet diese Stereotype nach wie vor sehr aktuell?
00:16:30: Absolut, ja!
00:16:32: Wir sehen eben die selbe Geschichte immer wieder und gehen vom Kleinen, also wie Vanessa gesagt hat von der Familie dann einfach ins Größere wo die Systeme einfach größer werden, wo auch einzelne Entscheidungen mehr Gewicht tragen.
00:16:52: Also wenn der Vater etwas bestimmt, hat das eine Auswirkung für die Familie.
00:16:57: Und wenn Kaiser Wilhelm etwas bestimmt hat, hat es eine Auswirkung auf die gesamte Welt.
00:17:02: Aber wie die Menschen miteinander umgehen und wie sie miteinander reden – das ist sehr ähnlich.
00:17:11: Ich würde behaupten, es hat sich erinnert... so viel verändert, weil diese Familiendynamik.
00:17:16: natürlich haben wir jetzt andere Themen in Familien wie vielleicht vor hundert Jahren aber viele Themen sind gleich und Beziehungen zueinander sind ähnlich.
00:17:27: Und im Grunde geht es sehr viel darum, wie stehen wir zueinander?
00:17:33: Wie gehen wir
00:17:34: miteinander um?
00:17:36: Vor allem mit Außenseitern.
00:17:38: Genau!
00:17:39: Das ist eben die Story des oder.
00:17:42: als Fazit habe ich dann gemerkt, im Laufe der Probe auch.
00:17:49: Das Stück erzählt dann warum es ein Fehler ist wenn man Außenseiter ignoriert.
00:17:56: Weil Außeseiter sehen die Welten aus einer anderen Perspektive und deswegen werden sie oftmals als komische Menschen bezeichnet oder sind sie provokativ Tendiert man dazu, diese Menschen einfach abzustoßen und abzulehnen zu ignorieren.
00:18:16: Aber es gibt viele Situationen wo es ratsam wäre diese Außenseiter zu achten und beachten weil in unserer Version haben wir dann zum Schluss einen geheimen Abgesandten mit einer Nachricht von Zahn Nikolaus um den ersten Weltkrieg zu verhindern aber er wird nicht angehört falls der Abgesander Barfuß ist.
00:18:41: Also barfußig ist.
00:18:43: und also die Message, die wir ganz konkret hier sehen.
00:18:47: es gibt auch viele andere Interpretationsmöglichkeiten aber zum Schluss sieht man echt was die Konsequenzen sind wenn man solche Menschen komplett ignoriert.
00:19:02: Das finde ich sehr interessant und ich möchte diesen Punkt vielleicht nochmal ein bisschen konkretisieren und vielleicht auch provokant nachfragen, aber uns wird doch immer erzählt dass wir momentan in einer Zeit der sehr großen Freiheit leben.
00:19:19: Wenn du sagst Harro ich kann das natürlich nachvollziehen, dass du sagest es gibt Leute die ausgestoßen werden Es gibt Leute, die an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden Aber andererseits erzählt uns ja die Gesellschaft immer wie große Freiheit wir eigentlich haben.
00:19:33: Wo ist denn diese große Freiheit bei unserer Gesellschaft?
00:19:37: Ich glaube die Frage ist, wir fühlen uns frei und wir denken dass wir uns frei entscheiden.
00:19:43: Aber tun wir das?
00:19:45: Da mache ich jetzt mal eine große Tür auf und zwar das Thema Social Media und der Algorithmus.
00:19:51: Ich sehe komplett andere Videos als Vanessa sieht also komplett andere Reals so und ich denke die Welt so ist, wie ich sie beim Real sehe und denke dass sich diese Videos... Und
00:20:03: dass du selber entscheidest?
00:20:05: Ja das ist genau.
00:20:07: Aber eigentlich entscheidet der Algorithmus was ich sehe.
00:20:10: So dann bilde ich mir meine eigene Meinung darüber.
00:20:14: aber ist es meiner eigenen Meinung oder ist das die Meinung die der Algorythmus kreiert?
00:20:19: also ich glaube das ist jetzt sehr gefährlich dass die Menschen denken dass sie frei denken.
00:20:25: aber das ist auch das große Thema in dem Stück.
00:20:29: Man muss immer wieder den Schritt zurückmachen und hinterfragen, ist das wirklich meine Entscheidung?
00:20:35: Ist das was ich als authentischer Mensch machen möchte
00:20:39: oder nicht?
00:20:40: Ich würde jetzt vielleicht ein bisschen spitze behaupten.
00:20:44: Wir sind dann freier geworden.
00:20:45: Das System ist etwas
00:20:47: unsichtbar
00:20:47: geworden in dem wir drin sind.
00:20:50: Es ist vielleicht schwieriger zu erkennen dass man nicht frei ist.
00:20:55: so würde ich es jetzt
00:20:57: beschreiben.
00:20:59: Ein guter Philosoph, mir fällt der Name nicht jetzt ein.
00:21:02: Ich versuche schon seit fünf Minuten von wem ist.
00:21:05: die Zitat hat behauptet im zwanzigsten Jahrhundert dass die Freiheit ist eine bewusst gewordenen Notwendigkeit.
00:21:17: und das heißt eigentlich man versteht dass man in einem Korsett gesperrt ist.
00:21:24: Und erst dann, wenn man die Regel verstanden hat kann man versuchen aus diesem Korsett hinausbrechen und das ist sozusagen die Notwendigkeit.
00:21:36: aber bevor man das Korset spürt, wenn sich frei behauptet, dann ist man gar nicht frei.
00:21:46: Interessant!
00:21:47: Ich
00:21:49: fand es überhaupt nicht kompliziert ich finde es sogar sehr nachvollziehbar.
00:21:53: Und Tharu, du hast recht.
00:21:54: Es ist eine große Tür die man da aufstößt.
00:21:56: Freiheit was ist Freiheit?
00:21:58: Was sind gesellschaftliche Zwänge?
00:22:00: wenn wir jetzt nochmal einen Schritt zurückgehen zu dem Stück Wir wissen wie Tolt möchte Barfuß durchs Leben gehen.
00:22:06: Wir wissen der Familie gefällt es nicht.
00:22:08: setzt er sich denn durch?
00:22:10: kann er seine Freiheit behaupten?
00:22:11: Wie geht er mit dem Anna was du gerade gesagt hast?
00:22:14: dieses Korsett dass wir alle vielleicht heute noch haben das es vor hundert hundert zwanzig dreihundert Jahren auch schon gab Kann wie toll sich Behaupten?
00:22:24: Wird er frei?
00:22:25: Für mich ist er noch nicht frei geworden, aber er hat den Corsett verstanden.
00:22:30: Indem das er sich als der barfüßige Gesandte Krieg verhindern möchte träumt und dann träumte er sich aber eben als der Mörder des Ferdinands, ist es für mich das Zeichen dass er sich erst einmal bewusst wird nicht frei ist und seine Ausbrüche aus der System auch ein System darstellen.
00:22:54: Ob er dann eben mit dieser Notwendigkeit weitergehen will, das erzählt uns die Geschichte
00:22:59: nicht.".
00:23:00: Der Witold Gombrovich hat es mit seinem Leben ein bisschen erzählt weil er darüber geschrieben hat.
00:23:07: Ja für Gombrovic ging es um das Heraustreten aus der Forum so dass war ein ganz großes Thema für ihn.
00:23:17: Er war immer ein Gegner der Form und mit Form meint er Systeme, zum Beispiel das Schulsystem oder das Gesetz, Familienkonstellationen, Religion Sprachen Kultur alles was man beschreiben kann mit wenigen Worten was eine Bezeichnung hat Genau
00:23:39: Verhaltenskodex
00:23:40: So etwas ja.
00:23:41: Und er hat gemeint, dass es gefährlich ist in solchen Formen zu sein.
00:23:48: Weil der Mensch dann seine Authentizität verliert weil er versucht sich davon anzupassen.
00:23:55: so ersetzt sich eine Maske auf
00:23:57: und
00:23:59: Er meint Es ist zwar nicht möglich formlos zu leben aber es ist wichtig eben diesen Schritt heraus zu zu machen oder sich immer wieder dessen bewusst zu machen, dass man in einer Form ist und so viele hinterfragen.
00:24:15: Ist das wirklich das was ich will?
00:24:18: Denn wenn man das nicht tut dann erwartet man sich als Mensch in einer form, dass sich andere menschen genauso verhalten wie er.
00:24:27: Und wenn sie das nicht tun dann sind es die feinde sind das die außenseiter sind das Die Menschen die nicht dazu passen.
00:24:36: Das kann schnell mal zur Radikalisierung führen von schlimmsten Falsen, zur Diktatur und zum Genozid.
00:24:46: Also diese kleinen Entscheidungen können ganz große Sachen bewirken.
00:24:50: Und ich glaube das Kompovic in jedem Werk das Komprovic geschrieben hat ist ein ganz großes Thema so dass durchbrechende Form den Schritt zurück zu machen und aus der Vogelsperspektive sich selbst die Formen zu betrachten und sich selbst zu hinterfragen.
00:25:08: Das ist ein ganz großes
00:25:09: Thema.
00:25:10: Jetzt haben wir ja schon häufig das Stichwort erster Weltkrieg beziehungsweise kurz vorausbruch des ersten Weltkrigs als Thema gehört, gleichzeitig hat man aber irgendwie das Gefühl dass wir die ganze Zeit über etwas sehr gegenwärtiges sprechen und diesen Wechsel hin zum Ersten Weltkrieb.
00:25:30: wie
00:25:31: Macht ihr den erlebbar?
00:25:33: Wodurch passiert der auf der Bühne?
00:25:36: sehen wir das oder passiert es durch Vitold selbst, was veranlasst ihn dazu genau in diese Zeit zu gehen.
00:25:43: Was glaubt er?
00:25:46: Naja also eben wie gesagt ja der rote Faden, den wir haben ist nur die Familie in Konstellation und wir wechseln Zeit und Ort ohne einen klaren Trigger zu haben.
00:25:59: Wir zeigen das mit Hilfe von Kostümen.
00:26:03: Es ist jetzt schon bewusst gewählt, wir haben alte Schulbänke und keine Schultasche aus der heutigen
00:26:10: Zeit.
00:26:12: Natürlich kann man nichts exakt festmachen.
00:26:16: Wir sind im Jahr neunzehn zwölf oder so angelangt genau da in den Augusten.
00:26:25: Man kommt rein und man merkt, okay gut der Versuch ist definitiv da.
00:26:29: Wir sind jetzt nichts.
00:26:31: Heute, wir sind früher und es ist wesentlich zu sagen, das befinden uns genau in dieser Zeit.
00:26:38: Manche werden's
00:26:39: vielleicht
00:26:39: sogar verstehen, manche werden es vielleicht weniger verstehen.
00:26:44: Kommt drauf an wie man selber historisch vielleicht Bescheid warst?
00:26:48: Ist es wichtig
00:26:51: oder ist die Frage?
00:26:52: Ich glaube eben... einer der Tricks, die Kompowicz auch immer wieder in seinem Stück benutzt.
00:27:01: Dass man eben bricht.
00:27:04: und dieser Buch ist der Moment, in dem das Publikum die Chance kriegt, auch einen Schritt zurückzumachen und sich zu erinnern ah ich beobachte gerade Ich erlebe gerade ein Stück Und dass war gerade ein Buch damit ich erinnert werde dass wir gerade in dieser Form der Oper sind.
00:27:29: Und dann muss ich noch einmal neu denken und wir sind jetzt in einem anderen Setting.
00:27:33: Also, ich glaube, dieser Bruch ohne einen klaren Trigger zu haben ist beabsichtigt!
00:27:39: Ich muss einfach nochmal nachbohren.
00:27:42: Sehen wir jetzt den Kaiser auf der Bühne?
00:27:44: Sehen die Zahnen auf der Bühne oder erleben wir nur die Figur des Kaisers und des Zahns?
00:27:51: Ich glaube man kann eigentlich im Tat die Figur des Zahn- und Kaisers sehen.
00:27:57: Selbst
00:27:57: wenn er voll geschminkt war?
00:27:58: Den Kaiser selbst, das wird schwierig mit unserem Harald.
00:28:04: Gut für
00:28:04: Harald!
00:28:06: Nein... Aber so funktioniert der Theater.
00:28:10: also ich kann ja es ist immer nur eine Behauptung.
00:28:13: Ich kann jetzt noch den Kaiser auf die Bühne stellen aber ich stelle die Idee und das Gedankengut eines Kaiserns auf die bühne.
00:28:25: Mir macht es persönlich sehr viel Spaß, wenn ich jetzt nicht das sehe was sich irgendwie jeden anderen Tag sehe.
00:28:32: Also auch optisch von den Figuren
00:28:35: her
00:28:36: und ich kann mich trotzdem damit identifizieren aber ein bisschen auf eine abstrakte Ebene.
00:28:41: Es erinnert mich jetzt nicht an... Die Schultusche, die ich hatte zum Beispiel.
00:28:45: Aber das war ein schultisches Schulsystem und irgendwie erlaubt es finde ich immer dann ein bisschen freier zu denken und zu sagen okay... Ich kann mir Dinge mitnehmen!
00:28:56: Ich kann aber auch mich davon irgendwo distanzieren, ich sehe es ist eine Kunstform Und dass es irgendwie die große Chance ist von Kunst so Menschen zu erreichen und nachdenken zu bringen und nicht indem man sagt So müsst ihr denken oder so müsst ihr sein, sondern ich biete jetzt mal was an.
00:29:14: Es ist eine Idee.
00:29:15: Sie ist vielleicht anders als sie sonst in Arbeitsgesprächen, Meetings oder so, weil das
00:29:20: sind sehr konkrete
00:29:21: Fakten.
00:29:22: Schaut mal, was ihr damit
00:29:23: macht!
00:29:25: Bisher haben wir über das Stück gesprochen und vielleicht auch unser Publikum jetzt den Eindruck dass es ein sehr bedeutungsschweres... und tief trauriges Stück ist.
00:29:41: Und das ist es natürlich auf einer Seite auch, also wenn man Freiheit verhandelt, wenn man gesellschaftliche Konventionen verhandeln, ist das vielleicht auch gerade in unserer heutigen Zeit etwas was man mehr auf den Tisch bringen sollte?
00:29:56: Aber ich würde natürlich auch noch mal gerne zu dem Operettenaspekt – und das sage ich jetzt auch ein bisschen anführungsstrichen – zum Operetten-Aspekt kommen.
00:30:05: zwar verhandelt unsere Stück ernste Themen, aber es ist ja auch gleichzeitig sehr lustig.
00:30:10: Könnt ihr vielleicht über diese Facette des Stückes noch ein bisschen sprechen?
00:30:14: Was natürlich mit den Rollen und den Stereotypen zu tun hat.
00:30:18: Also ich glaube da muss man einen großes Blumenstrauß den Komponisten geben.
00:30:24: Oskars Trasneu – Ein Menschen mit fantastischen Sinn für Humor und einen sehr sonnigen Blick sozusagen in das Ganze Weil ich glaube, dass er gerade mit seiner Musik diese Charaktere so weit überspitzt.
00:30:40: Dass sie tatsächlich lustig werden!
00:30:43: Es ist nicht einfach eine hysterische Mutter... wie wer hysterischer Mutter hat, hat nichts zum lachen im Leben.
00:30:50: aber es ist ein Klischee von hysterischen Mutter die einen wirklich zum Lachen bringt weil sie ganze Zeit nur... Ich sage nicht was sie tut.
00:31:00: Kommen Sie zur Vorstellung?
00:31:02: Und Oskar hat das geschafft wirklich in jedem Charakter einen unglaublichen humorvollen Touch zu verleihen, indem er die Seriosität, die Sachen immer mit einem Zwinkern auch sieht.
00:31:18: Wenn ein Mensch über sich selbst lachen kann dann ist er noch nicht verloren und eben so eine Art von lustig ist diese Geschichte für mich.
00:31:29: Eine musikalische Kreatur
00:31:31: könnte man schon... Das ist nicht wirklich Karikatur, aber es ist wirklich sehr, sehr gespitzt.
00:31:36: Fast an die Grenze!
00:31:38: Trotzdem hat der Stück einen unglaublichen Drive.
00:31:41: Es ist auch sehr rhythmisch und jazzy mit sehr viel Anländungen in anderer Genre lautmalerisch Und es kommen auch viele gesprochene Texte.
00:31:52: das verliert aber diesen Drive nicht Obwohl wie gesagt Musik verdünnt sich Richtung Ende.
00:31:57: Es wird mehr gesprochen und weniger gesungen.
00:32:01: Aber irgendwie erscheint es auch logisch, weil da behandeln wir halt die anderen Themen.
00:32:06: Es bleibt aber trotzdem immer diese Lachen über das eigene Unglug.
00:32:12: Das
00:32:12: bleibt.
00:32:14: Ist dass das was auch ein bisschen mit dem Ensemble zusammen... also Ensemble meine ich jetzt hauptsächlich
00:32:20: die Familie.
00:32:21: ist das das was das Stück
00:32:23: auch
00:32:24: zur Operette werden
00:32:25: lässt?
00:32:26: Absolut absolut ja!
00:32:27: Also wietholz bleibt Seriös, also es gibt wenige Momente wo er zynisch wird.
00:32:35: Aber aus seiner Sicht ist das schon eine Tragödie.
00:32:39: aber aus der Sicht des Publikums ist das ja schon eine Komödie weil die Familie komplett absurd dargestellt wird, also komplett überspitzt und auch komplett absurde Situationen gezeigt werden wie über Krieg und Frieden gesprochen wird.
00:32:58: Und die Menschen sich genauso schlimm verhalten wie manche schlimmen Familien über kochrezeptische Sichtstreiten zum Beispiel.
00:33:07: Also das heißt dass Kaisers Kronerat ist im Grunde genommen die vergiftete Diskussion am Küchentisch?
00:33:13: Ja, das ist schon eine Komik!
00:33:17: Das heißt, unser Publikum darf sich auch auf ein lustiges Stück freuen?
00:33:20: Auf jeden Fall.
00:33:22: Ich habe gehört es wird auch getanzt!
00:33:24: Ja, ein bisschen... Da gab's... hat sichs musikalisch ergeben.
00:33:28: das ist bei manchen Szenen zur Choreografie kommt.
00:33:33: und
00:33:35: da haben wir gedacht holen wir uns eine Choreographin und sie soll uns mal auch.
00:33:40: jede Operette braucht ja eine Tanznummer
00:33:43: Wir haben drei.
00:33:44: Okay,
00:33:44: dann sind wir eine vollwertige
00:33:45: Operite sozusagen.
00:33:50: Ich möchte jetzt schon ein bisschen zum Schluss kommen.
00:33:52: Hat sich durch die Arbeit an Geschichte etwas verändert in euren Blick auf Freiheit oder die Rolle der Erinnerung?
00:34:03: Das ist ja auch interessant dass wir ein Stück Übergeschichte in einem Ort spielen, in einem Museum der eigentlich Geschichte bewahrt.
00:34:13: Das mag ist zwar wirklich ein sehr progressives Museum den noch bewahrts Geschichte.
00:34:19: und hat sich da euer eigener Blick auf diese Sachen verändert durch die Produktion?
00:34:25: Ich finde schon wehrmaßig einfach mal bisschen mit Systemen in der Form auseinandersetzen muss.
00:34:32: Man sagt welche Systeme nimmt
00:34:33: man jetzt
00:34:34: da auf die Bühne System hin, in dem Menschen unfrei sind.
00:34:40: Dann findet man auch seine Systeme im Alltag plötzlich wieder ein bisschen mehr.
00:34:44: also wenn ich jetzt jeder von uns ist in die Schule gegangen und ich hätte jetzt in meiner Schulzeit nicht unbedingt gesagt dass das eine Systeme in der mich unfrei bin und weil man sich aber damit beschäftigt ich stelle es jetzt aber Ich stelle Schule auf die Bühne als System Und wir behaupten man ist daran angepasst und umfreie dann kommt einen schon hoch.
00:35:05: Okay, ich habe mir genauso angepasst!
00:35:08: Also man sucht dann schon ein bisschen mehr danach... Ah, nächstes System so funktioniert das und was ist mein Rolle
00:35:19: darin?
00:35:20: Und das hat das Stück auf jeden Fall wieder ein bisschen angeregt selber in seinem Alltag also bei mir zumindest mal wieder in die Vogelperspektive zu gehen seine Systeme auseinander zu krammen.
00:35:37: Also der Grund, weshalb ich zum Regisseur geworden bin ist ja auch weil ich ungern in Systemen eingezwenkt werde und als Regisseurer hatte ich das Gefühl dass sich mehr frei sein kann.
00:35:55: Das war wahrscheinlich auch der Grund warum wir alle Künstler geworden sind die diese festen Systeme, die wir in der Gesellschaft haben oftmals ablehnen oder sie anders sehen und wir uns frei ausdrücken können in dieser Künstlerwelt.
00:36:13: Also das ist ja das Schöne, dass wir dann dadurch auch eine neue Form, eine andere Art Form sind.
00:36:20: Nicht vergessen!
00:36:21: Open Theater ist auch ein ganz festes System.
00:36:27: die wir aber versuchen immer wieder aufzubrechen indem wir immer wieder neue Wege gehen, indem wir mal wieder neue Sachen versuchen.
00:36:36: und zum Beispiel Ich mit meiner Einstellung zur Freiheit, mein größtes Genuss bei dieser Produktion ist das dass ich dann am Ende mich zurück lernen kann und nichts machen muss.
00:36:48: Aber du hast ja auch die Perspektive gewechselt?
00:36:51: Genau absolut!
00:36:52: Und für die Sänger sind zwar frei vorm auf dem Dirigenten schauen müssen sich aber noch ein festeres und fixeres System der Kommunikation entwickeln eine ganz neue sehr intime Sprache von wer auf wem schaut, wann atmet wer mit wem.
00:37:10: Was ist der nächste Zeichen damit das zusammenkommt?
00:37:13: Wie hört man gemeinsam auf wenn man im Raum verteilt ist und so weiter und sofort Und indem sie frei von den bestehenden Open System spielen Spielen Sie in einem ganz anderen neuen System was auch ganz toll ist.
00:37:30: Ich würde euch noch gerne eine einzige Abschlussfrage stellen.
00:37:35: wenn das Publikum mit einem Gedanken aus unserer Produktion nach Hause gehen sollte.
00:37:42: Welcher wäre das für euch?
00:37:44: Als Reaktion auf das Gesehene oder...
00:37:49: Aus deiner Perspektive sagst du natürlich entweder besuchen sie noch eine Vorstellung, oder kommen Sie zu Tree of Codes.
00:37:55: Ich sage ja genau!
00:37:56: Das hat mir so gut gefallen.
00:37:58: ich komme noch einmal.
00:37:59: Das ist natürlich auch eine Möglichkeit.
00:38:02: Nein, ich meine eigentlich schon eher inhaltlich.
00:38:05: Wenn man einen Grundgedanken aus eurer Produktion rauszieht... Jetzt habe ich ja vorhin gemeint wir haben sehr viele ernste Themen verhandelt die auch in dem Stück drin sind.
00:38:14: Wir haben aber auch das Lustige wenn es ein Gedanken gibt mit dem ihr quasi das Publikum gerne nach Hause schicken wollen würdet.
00:38:24: Vielleicht bisschen mehr Mut zum Hinschauen eigentlich Also Außenseiter sehen, außen sollte einer keinen.
00:38:34: Vielleicht manchmal
00:38:35: drauf schauen,
00:38:35: anders zu sein und einen bewussten Schritt zurückzumachen.
00:38:39: Und natürlich es darf
00:38:44: auch
00:38:44: manchmal komisch sein, es darf manchmal schriegel sein.
00:38:49: aber so ernst die Botschaft jetzt ist einfach mal Dinge vielleicht ein bisschen anders betrachten.
00:39:01: Ich glaube, da hilft ja diese Komik von diesem Stück.
00:39:04: Weil du musst es irgendwie anders sehen!
00:39:06: Das sind einfach andere Charaktere und sie geben ganz andere Töne von sich als man jetzt mal miteinander kommuniziert.
00:39:16: und vielleicht schaut man das nächste Mal wenn man in der Arbeit im Meeting sitzt auch auf die Tönen bis ihr anders und die Kommunikationswege und erkennt dann die Hysterikerin System ja ein bisschen anders zu betrachten.
00:39:34: Vielleicht damit Humor?
00:39:36: Du hast ihm nichts hinzuzufügen... Ich
00:39:37: habe dem nicht hinzuzufügen,
00:39:39: nein!
00:39:40: Für mich war das was ich bis jetzt bei eurer Probenarbeit gesehen hab.
00:39:43: Ich würde es zusammenfassen und da kritisch bleiben.
00:39:46: Ja wahrscheinlich.
00:39:47: Ich sage immer Bootschaukeln Wenn das Boot ohne Schaukeln auf dem Wasser gleitet schläft man ein bisschen ein und man wird gemütlich.
00:39:57: Wenn es aber ein paar Wellen kommen, das Botschaogel sieht man plötzlich gefahren oder neue Möglichkeiten oder andere Perspektiven.
00:40:05: Und Botschaogeln ist ganz wichtig.
00:40:08: Aber irgendwie mit Humor?
00:40:09: Also ich finde schon total gut, wenn man's nicht... zu ernst nimmt.
00:40:14: Also kritisch sein Ja, aber jetzt nicht im Sinne von irgendwie... Ich muss
00:40:19: mein Leben neu beginnen!
00:40:20: Genau.
00:40:21: also so vielleicht auch mit einem Schmunzeln.
00:40:25: Das kriegt glaube ich schon ganz viel und deshalb ist der Humor in diesem Stück drin.
00:40:33: Naja das ist eine wahnsinnig selten gespielte Operette.
00:40:38: So etwas habe ich noch nie gesehen, nie gehört, nie erlebt.
00:40:43: Aber ist es die populärste Oper von Oskar?
00:40:45: Ja, aber es war sehr spannend für mich mit den Sängern zu arbeiten in so einem sehr unüblichen Umfeld.
00:40:56: Es ist ja auch das erste Mal überhaupt, dass in Wien in einem Museum wirklich Oper-Operette gemacht wird und das ist schon etwas Einmaliges.
00:41:05: Das ist ein Luxus, das wir so etwas machen können.
00:41:09: Vielen herzlichen Dank an Anna und Anne-Alexander, dass ihr uns diese Möglichkeit gegeben habt.
00:41:17: Wir haben wahnsinnig viel Spaß!
00:41:18: Wir lernen unglaublich viel dazu.
00:41:22: Sowohl ein neues Theaterhandwerk als auch das es möglich ist in komplett anderen Räumen... ...oberzumachen?
00:41:32: Sehr sehr gerne!
00:41:35: Vielen Dank euch drei!
00:41:36: Vielen dank, dass sie euch nach der Probe Zeit genommen habt, hier zu unserem Gespräch zusammenzukommen.
00:41:41: Ich denke unser Gespräch hat auch dazu beigetragen unseren Publikum zu zeigen dass Geschichte nicht nur etwas ist was in den Büchern stattfindet sondern das Geschichte auch immer was ist was mit uns selbst zu tun hat.
00:41:53: Wer aus Kastrasnoy's Akapella Operette Geschichte erleben möchte hat dazu ab dem sechzehnten September im Markt Die Gelegenheit, Informationen und Tickets finden Sie wie immer auf der Website der neuen Oper Wien.
00:42:04: Danke fürs Zuhören!
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