Regisseur*Innen 2026: Emily Hehl und Taro Morikawa
Transkript anzeigen
00:00:05: Neue Oper Wien.
00:00:07: Willkommen bei Klang Reisen, dem Podcast der neuen Oper Wienen!
00:00:11: Wir sind gemeinsam in das Jahr für die neue Opera Wien einen echten Neubeginn markiert.
00:00:18: Unter der neuen Intendanz von Anna Sushon und Alexander Keimbacher verändert sich nicht nur die künstlerische Handschrift sondern auch den Blick darauf wie wir opera erzählen wo wir sie zeigen und welche Schichten wir freilegen wollen.
00:00:31: Vielleicht haben Sie es schon online verfolgt oder hier ein Podcast, vielleicht waren sie auch live dabei?
00:00:36: Unser Jahresprogrammschichten hat inzwischen eine solche freigelegt.
00:00:39: Unser erster
00:00:40: Hotspot Lidö
00:00:41: ist bereits geschlagen – einen Abend der nicht nur humorvoll und leichtfüßig war sondern auch dank Ihnen unserem Publikum zu etwas ganz Besonderem geworden ist.
00:00:49: Danke dass Sie mit uns in die Bezirke gegangen sind um diese Reise mitgetragen haben!
00:00:53: Die zweite Jahreshälfte wird ein echter Kraftakt zwei große Produktionen, zwei Hotspots neue Räume, neue Künstlerinnen, neue Kunstler.
00:01:00: Und genau deshalb möchten wir heute schon einen ersten Blick auf die beiden großen Produktionen der neuen Oper Wien werfen.
00:01:06: Sobald wird es hier auf diesem Kanal noch vertiefende Folgen geben?
00:01:09: Heute geht es um die Stücke und auch um ein bisschen etwas anderes, nämlich um die Menschen dahinter!
00:01:15: Ich frage mich nämlich – wer sind eigentlich Tabor Morikawa und Emily Hehl, die aus Gastrass neues Geschichte in Mark- und Leiser Limbs Tree of Coats im Reaktor ins Szene
00:01:23: setzen?!
00:01:24: Und praktischerweise sitze ich hier an einem Tisch mit ihnen und darf Fragen stellen, damit sie und ich erste Eindrücke bekommen.
00:01:31: Hallo
00:01:31: Emily!
00:01:31: Hallo Taro!
00:01:33: Schön dass ihr euch Zeit genommen habt.
00:01:35: Bevor wir über die Stücke sprechen, die zwar sehr unterschiedlich aber energetisch ungefähr gleichwertig sind wie ich finde würde ich gerne bei euch anfangen.
00:01:44: Und zwar würde ich euch bitten das ihr euch vielleicht kurz vorstellt und sagt wer ihr seid Wie ihr zu dem Handwerk gekommen
00:01:51: seid,
00:01:51: das ihr ausübt und natürlich welche Wege euch zum neuen Opervin geführt haben?
00:01:56: Mein Name ist Haro Morikawa.
00:01:58: Ich bin in Wien geboren und aufgewachsen aber wie der Name wahrscheinlich schon verrät kommen meine Eltern aus Japan und sie sind auch Musikerinnen Und mein Vater spielt im Orchester von der Volksoper Wien und so bin ich musikalisch aufgewachsen.
00:02:15: Meine Mutter ist auch professionelle Cellistin Und ich war aber eigentlich bis kurz vor der Matura nicht so sehr für Musik begeistert.
00:02:26: Ich war eher der Sportler, ich habe zehn Jahre lang Kielstands gespielt und hab auch viel jongliert.
00:02:31: Aber dann wurde ich von meiner Mutter gezwungen in die Oper zu gehen, aber lustigerweise auch nicht eine Oper sondern ein Ballett – und zwar Romeo & Julia von Prokofiev!
00:02:44: Und das hat mich dermaßen inspiriert, dass ich gesagt habe, ich muss unbedingt etwas mit Musik machen.
00:02:50: Etwas mit klassischer Musik und meine Eltern waren natürlich schockiert als professionelle Musikerinnen haben sich gedacht okay du hast nur Sport gemacht, du hast nichts mit Musik zu tun gehabt.
00:03:01: was ist möglich?
00:03:02: So du hast gerade dein Stimmbuch gehabt, d.h.
00:03:04: vielleicht funktioniert Gesang noch und dann halt mir überlegt ja Gesang ist Musik- und Schauspiel was auch sehr gerne gemacht habe.
00:03:14: Und so habe ich die Aufnahmeprüferung zwei Jahre später probiert und bin dann auf die Universität gekommen in Wien an der MDW.
00:03:21: Ich habe zunächst mal Gesang studiert als Bass.
00:03:27: Während dem Studium habe ich aber gemerkt, dass ich doch ein bisschen kreative Arbeit selber auch machen wollte weil als Sänger habe ich mich etwas eingeschränkt gefühlt und hab dann mit Regie begonnen.
00:03:41: So wurde ich ins Regiestudium aufgenommen und habe dann wirklich gemerkt, dass es mein Weg sein wird.
00:03:49: Ich wollte immer noch mit Musik was zu tun haben, mit Schauspielen aber mit der zusätzlichen kreativen Freiheit die man als Sänger nicht auf diese Art und Weise hat.
00:04:02: Und ich hab glücklicherweise letztes Jahr bei dem Jochen Strauß Festival assistiert Anna-Sousson kennen gelernt und wir haben uns gleich super verstanden.
00:04:12: Und
00:04:13: genau, ich habe ihr ein paar von meinen inszenierten Sachen gezeigt darunter meine Fledermaus die ich als Diplominstinierung auf der Universität gemacht habe.
00:04:22: somit ist es dann zur Geschichte gekommen.
00:04:25: Ich freue mich wahnsinnig dass mein Debüt in Wien mit so einem unüblichen Stück machen kann.
00:04:33: Das heißt eure Wege haben sich beruflich gekreuzt?
00:04:36: Genau!
00:04:37: Okay, verstehe.
00:04:38: Und Emily, was hat dich zu neuen Operwinnen bei verschlagen?
00:04:41: bzw.
00:04:42: stelle ich kurz unseren Publikum
00:04:44: vor?
00:04:45: Mein Name ist Emile Hehl und meine Geschichte ist ein bisschen anders verlaufen als deine.
00:04:50: Ich komme aus Süddeutschland, aus dem Allgäu und bin zwischen den Kühen fern ab der Oper aufgewachsen Und habe aber eine sehr musikalische Familie.
00:04:58: Niemand professionell Aber hab Akkordeon und Klavier gelernt Und hatte eine Brieffreundin in England.
00:05:03: Die habe ich mit fünfzehn besucht Und die haben mich mitgeschleppt ins Westend.
00:05:08: Da habe ich zum ersten Mal Musiktheater gesehen.
00:05:11: Kein Wort verstanden Aber war so fasziniert davon dass sich dann Google habe, wer das so zusammensetzt.
00:05:17: Und dann stand der Regie und ich hab beschlossen und das mache jetzt!
00:05:21: Seitdem habe ich viel assistiert und Praktiker gemacht und irgendwie meinen Weg in die Theaterwelt gefunden aber nicht ausschließlich OPA.
00:05:29: Ich arbeite regelmäßig mit der Nied-Companie in Belgien eine fast vierzig Jahre alte Theaterkompanie Die wirklich zwischen den Künsten interdisziplinär arbeitet.
00:05:40: Dann hat es mich über ein paar Umwege nach Wien gebracht Und hier lebe ich jetzt.
00:05:45: Und Anna habe ich kennengelernt vor vielen Jahren, als sich assistiert habe am Theater an der Wien.
00:05:52: Da sind wir uns das erste Mal begegnet und dann einige Jahre später nochmal in Graz, als ich da Lidö inszeniert habe was eigentlich erst ein sehr kleines Projekt war, als kleines Projekt begonnen hat und Anna hat es dort gesehen und gefragt ob wir das nicht mit nach Wien bringen möchten.
00:06:11: Genau, so bin ich zu neuen Opa gekommen und freue mich natürlich auch sehr dass wir gemeinsam dieses riesengroße Projekt unternehmen dürfen.
00:06:20: Gemeinsam mit dem Klangforum Wien die ich auch aus einer früheren Arbeit von der Needscompany kenne Und freue mich sehr das ich mir diesen Menschen jetzt in ein neues Projekt starten
00:06:30: darf.
00:06:31: Danke euch für eure Vorstellung.
00:06:33: Ich freu mich
00:06:34: auch.
00:06:34: Also es sind wirklich zwei ganz spannende Herausforderungen.
00:06:40: Und vielleicht beginnen wir jetzt, vielleicht kommen wir ein bisschen zu den Stücken weil natürlich wollen wir euch kennenlernen.
00:06:46: Wir wollen ein bisschen aber auch die Stücke kennenlern, die ihr inszeniert und dann beginnen wir now chronologisch.
00:06:52: Darum Geschichte ist als erstes dran.
00:06:54: Geschichte hat Premiere am sechzehnten September im Markt.
00:06:57: Das gleichzeitig die Wiener erster Aufführung.
00:07:00: Ich habe mich ja auch ein bisschen durch deine Biografie gelesen.
00:07:03: Schön, dass du uns das nochmal gesagt hast aber ich hab mich auch etwas durchgelesen und da fällt mir sofort eine unglaubliche Vielseitigkeit auf!
00:07:13: Lustigerweise hast Du gesagt, dass Du am Anfang Sport gemacht hast.
00:07:18: Mich hat sehr fasziniert Zirkus, Magie... Operngesang, auch jetzt Regie.
00:07:24: Ich habe mir gedacht es fehlt eigentlich nur noch eine Extremsportart.
00:07:27: lustig das du vorhin gesagt hast dass du
00:07:28: viel Sport gemacht hast und ich habe mich gefragt
00:07:31: gibt es bei so einer großen Vielseitigkeit
00:07:34: einen roten
00:07:35: Faden in diesen Disziplinen der vielleicht ist dir auch ermöglicht jetzt diese Geschichte von Oskars Tras neu da irgendwie besser heran zu
00:07:47: gehen?
00:07:48: Ja, also die Vielseitigkeit hilft mir bei jeder Inszenierung.
00:07:53: Aber vor allem bei Geschichte muss man besonders viele Möglichkeiten herannehmen weil... Die Musik ist eine Akapella, das Stück ist eine acapella opera oder operette und das bedeutet wenn die Sängern aufhören zu singen dann hat man einfach eine Stille eine Lehre.
00:08:14: Und manchmal wird auch gesprochen, aber es gibt da jetzt keinen Grundpuls der von einem, normalerweise von einem Orchester getrieben wird und da muss man visuell mit verschiedenen Bewegungen finde ich so eben wie du sagst einen roten Faden haben damit die Spannung nicht in der Mitte unterbrochen wird Umgewollt.
00:08:39: Also Spannungen kann man ja immer brechen, wenn man es will.
00:08:42: aber ich glaube für mich wird die Schwierigkeit bei diesem Stück sein einen Weg zu finden so dass die nicht vorhandene Orchesterbegleitung das man das visuell versucht zu gestalten.
00:08:57: Und dabei hilft die Vielseichtigkeit natürlich sehr, also es gibt eine Szene wo Tennis gespielt wird.
00:09:03: Wie gesagt die große Frage okay ein Tennisplatz kann man jetzt nicht so auf die Bühne stellen weil wir haben ganz viele verschiedene Orte.
00:09:10: und wie was ist Tennis?
00:09:13: Also ich habe bei zehn jahrelang Tischtennis gespielt aber es ist trotzdem meine ähnliche Sportart.
00:09:19: Was ich so faszinierend finde an allen Dingen, die ich bis jetzt gemacht habe war von außen betrachtet scheinen manche Sachen komplett anders als wie man es selber macht.
00:09:30: Ganz ganz konkretes Beispiel das wirst du wahrscheinlich wissen.
00:09:33: wenn du also in der Natur aufgewachsen bist hast du sicherlich auch mit ... Hast du was durch reiten?
00:09:40: Ja ja und das hab' ich auch eine Zeit lang gemacht.
00:09:43: und hier haben wir gedacht okay reiten ist Wozu macht man das?
00:09:47: Weil von A nach B zu kommen gibt es sehr dafür schon Fahrräder, Autos ist viel praktischer.
00:09:52: Aber dann, nachdem ich das probiert habe, habe ich gemerkt Es geht nicht darum von a nach b zu kommen sondern es geht um die Kommunikation zwischen dir und einem Wesen dass tausendmal so stark ist wie du Dass man diese Perspektive sieht wenn man Tausende Sachen probiert hat.
00:10:08: Das finde ich schön, dass sich in meinem Beruf als Regisseur das auf die Bühne projizieren kann
00:10:17: Sehr interessant, was du da sagst sehr spannend auch wie du das so verknüpft.
00:10:23: Es gibt noch eine wesentliche also dass die Oper ohne Orchester ist.
00:10:27: ja darüber reden wir vielleicht gleich nochmal.
00:10:30: aber es gibt noch ein weiterer Herausforderung und zwar gibt es sechs Sängerin und Sänger die auf der Bühne stehen die aber wenn ich
00:10:37: richtig gezählt
00:10:38: habe fünfzehn Rollen verkörpern.
00:10:41: Ja, das ist richtig.
00:10:43: Natürlich jetzt mache ich auch seit ein paar Jahren schon Theater und natürlich fallen mir dann gleich solche Marker auf wie löse ich das jetzt als in der Regie über
00:10:51: das Kostüm
00:10:52: oder löse sich das über die Requisite?
00:10:55: Hast du da schon eine Idee?
00:10:56: Möchtest du
00:10:56: uns schon was verraten
00:10:58: welche
00:10:59: Rollen das vielleicht sind und
00:11:01: wie du das auflösen hast?
00:11:04: Ich gehe zuerst mal die Stücke Meistens sehr technisch an.
00:11:09: Ich schaue mir an, okay wie viel Screentime haben denn unsere Charaktere?
00:11:13: Und wenn ich merke das zum Beispiel die Zarenfamilie insgesamt nur zwei Minuten Screenteim haben denke ich mir ok Wie mache ich den überhaupt den Umzug dorthin?
00:11:23: weil
00:11:23: wenn ein Umzug eine halbe Minute dauert und sie sind schon in dieser Rolle Haben Sie dann nur noch eine Minute und zahlt sich das überhaupt aus?
00:11:30: versteht das Publikum überhaupt dass das ein anderer Charakter war?
00:11:33: was erzähle ich damit?
00:11:35: Und zum Beispiel bei dieser Zarenfamilie, die ganz kurz auftaucht habe ich mir gedacht das stellen wir nur als Puppen da aber auch auf eine ganz vereinfachte Art und Weise.
00:11:45: Dadurch dass danach gleich die Kaiser-Familien vom deutschen Kaisereich Wilhelm II vorkommt haben wir gedacht okay er und seinem Minister sie protretieren anhand von diesen einfach dargestellten Puppen, die Zarenfamilie und überlegen sich was sie in diesem Moment kurz vor Kriegsbeginn denken könnten.
00:12:09: So dass man auf diese andere Art und Weise nicht immer durch Kostümierung sondern durch eine andere Ebene die verschiedenen Charaktere zeigt.
00:12:22: Und jetzt haben wir schon gehört, Zarenfamilie, Kaiserfamile.
00:12:26: Vielleicht sollten wir unserem Publikum noch einen kleinen Hinweis geben, worum es überhaupt in Geschichte geht?
00:12:31: Machst du das übernehmen oder soll ich das kurz erzählen
00:12:33: ganz wie du möchtest?
00:12:35: Ich kann's gerne mal ausprobieren!
00:12:36: Wenn es mir nicht gut gelingt dann überlasse ich dir dann.
00:12:40: Also im Geschichte geht es mal ganz kurz gesagt um... ...einen Menschen, eine Person die es überall auf der Welt gibt in jeder Gruppe, in jeder sozialen Schicht.
00:12:57: In zum Beispiel Religionen oder in Kulturen gibt es da immer eine Person, die nicht verstanden und nicht respektiert wird weil sie anders ist.
00:13:10: Und das ist in unserem Fall unser Hauptcharakter, der Witold Marem Gompovic so heißt auch der Autor von diesem Stück.
00:13:17: und er isst Barfuß!
00:13:22: Er geht barfuß durch die Welt und das ist der Grund, weshalb ihn seine Familie nicht akzeptiert.
00:13:29: Genauso wird er in der Schule nicht akzeptiert, genauso wird er von seinen Freunden nicht akzipiert... ...und dann vermischen sich die Welten auf einmal und verwandelt sich der Wittold zu dem Attentäter des Drohns.
00:13:50: Genau.
00:13:51: Karolow Winzip.
00:13:52: Ja, genau.
00:13:53: Er moordet hat so und Witold verwandelt sich dann von einem Menschen zum nächsten die allesamt quasi barfuß sind und nicht von der Welt akzeptiert werden.
00:14:08: Die Vaterfigur verwandlt sich genauso.
00:14:10: also sie ist zuerst eine ganz normale Vaterfigure in einer Familie Dann wird er zu einem Schullehrer zum Zaren, zum deutschen Kaiser Wilhelm II.
00:14:23: usw.,
00:14:23: das heißt wir sehen sozusagen Archetypen die egal ob wir jetzt in der Familie sind, in einem ganz kleinen privaten Kreis oder in der Politik haben wir dieselben Personen die denselben Fehler begehen.
00:14:41: und dadurch dass Witold nur wegen seiner Barflüssigkeit nur weil er ein bisschen anders ist wird er von anderen Menschen nicht angehört, obwohl er eine potenzielle Lösung zur Vermeidung des ersten Weltkriegs hat.
00:15:00: Ich glaube es ist besser wenn du das erklärst weil... Das war jetzt sehr kompliziert erklärt von mir glaube
00:15:06: ich!
00:15:06: Ich finde die Erklärung oder die Handlung
00:15:09: gar nicht schlecht erzählt
00:15:10: muss ich ganz ehrlich sagen und Ich glaube, der Witz an der Sache ist natürlich was wir als Publikum sehen.
00:15:18: Ist dass wir einen Burschen haben, der in einer Familie ist, der nicht akzeptiert wird und der sich aber auch die Archetypen nimmt und der versucht sich mit seiner Fantasie ein bisschen
00:15:34: zu retten
00:15:35: Der versucht sich selber in der Geschichte zu verankern und sich selbst zu suchen, dass er auch Geschichte in seinem Kopf lebendig macht.
00:15:49: Dass er sich diese Personen sucht!
00:15:51: Ich fand deine Erklärung durchaus nachvollziehbar.
00:15:54: Ja also das Stück ist schwierig zum erklären weil viele Dinge Scheinbar grundlos passieren.
00:16:00: Auf einmal sind wir in der Zarenfamilie, auf einmal wechselt sich die Szene zu einer Richterszene und auf einmal sind wie in der Schule ohne dass wir da eine chronologische Reise durchleben sondern es ist geschieht von einem Moment auf den anderen.
00:16:15: und es ist dabei wichtig wenn man sich dieses Stück anschaut das man eben diesen einen roten Faden nicht verliert dass es um diesen Archetypen geht Und egal, ob man im zwanzigsten Jahrhundert oder im achtzenden Jahrhundert ist zieht sich die selbe Story durch.
00:16:37: Dankeschön!
00:16:38: Das waren tolle Einblicke für Geschichte.
00:16:40: Am sechzehnten September hast du Premiere.
00:16:42: Haben
00:16:43: wir alle Premiere in Mac?
00:16:44: Wir freuen uns schon... Wir wechseln jetzt die Welt sozusagen.
00:16:49: Wir bleiben immer noch auf der Bühne aber wir wechselen die Welt von
00:16:52: Strasse
00:16:53: Neues durchaus fragmentierter Erzählweise, wie du uns gerade beschrieben hast, Harro.
00:17:00: Zu einer ganz anderen, zu einer sehr faszinierenden Form von Musiktheater und zwar zu Leiser Lims Tree of Coats.
00:17:08: Die österreichische erster Führung ist am einunddreißigsten Oktober
00:17:11: im Reaktor.
00:17:13: Das Stück wurde glaube ich zahlzehntzehn Uhr aufgeführt Von der Upa.
00:17:16: Köln war auch ein Auftragswerk.
00:17:20: Und Emily, du bist, was Du gesagt hast.
00:17:22: Du bist
00:17:23: Regisseurin
00:17:23: und auch Musikerin.
00:17:25: Natürlich habe ich mit Deine
00:17:26: Biografie
00:17:26: auch ein bisschen zum Bitte geführt!
00:17:30: Was mir aufgefallen ist, dass diese sinnliche
00:17:33: und physische
00:17:34: Dimension bei Dir sehr stark in den Fokus tritt in Deiner Arbeit.
00:17:40: Du arbeitest gerne, was du vorhin auch angerissen hast an der Schnittstelle
00:17:44: zwischen
00:17:44: Oper und Konzert.
00:17:46: Und Chora-Orchester also du nimmst alles und spannst um alle Akteurinnen und Akteure einen Bogen.
00:17:55: Und Tree of Coats?
00:17:58: Wir kommen vielleicht nachher noch zum Inhalt.
00:18:01: Was war der Moment als dieses Stück zu dir gesprochen hat oder wo dockt dieses Stück an?
00:18:07: deine
00:18:07: künstlerische Arbeit an?
00:18:10: Dieses Stück hat schon angedockt, als ich gesehen habe wie es besetzt ist.
00:18:14: Es ist nämlich eine Sängerin ein Sänger dann einen clarinetist der auch singt und Dann gibt es einen relativ großes Ensemble von Musikerinnen Und all diese Menschen sind gleich.
00:18:26: wichtig sind auf einer Ebene alle Diese Darstellenden egal ob am Instrument oder mit der Stimme erzählen gleichermaßen.
00:18:33: das finde Ich eine ganz tolle Formen von musiktheater in der diese menschen horizontal miteinander darstellen und erzählen.
00:18:42: Und das war schon der Moment, als ich das gesehen habe wie dieses Stück aufgebaut ist, dass ich total fasziniert war und mich sehr gefreut hab in diese Welt einzutauchen.
00:18:51: Dann ist es aber auch ein sehr besonderes Stück und das Programm Schichten der neuen Oper passt da ganz hervorragend!
00:18:57: Der Untertitel dieses Stücks lautet Cutouts In Time, also Ausschnitte aus der Zeit.
00:19:04: Ja,
00:19:04: danke, dass
00:19:05: du das sagst.
00:19:06: Weil natürlich
00:19:06: wäre es auch eine Frage
00:19:07: von mir gewesen
00:19:08: diese Cutouts
00:19:09: in Time
00:19:11: Da war ich am Anfang auch so ein bisschen.
00:19:13: wie soll denn das passieren?
00:19:14: Weil Zeit ist ja
00:19:15: eigentlich linear.
00:19:16: Also wir nehmen sie zumindest linear wahr.
00:19:18: Wir
00:19:18: nehmen sie linear wahr und das ist richtig Sie is's nicht.
00:19:22: Und in diesem Stück vermischen sich alle Zeiten Ebenen und Schichten dieser Welt Von dem... Totenmaterial, von Tieren, Natur, Technik.
00:19:33: Das was kommen wird, das was schon war all diese Zeiten, diese Ebenen sind Schichten und wir gehen durch diese Schichten durch und die Sachen verbinden sich auf unerklärlicher Weise Und es ist ein so poetisches und sehr intensives Stück, musikalisch aber auch inhaltlich.
00:19:51: Als ich zum ersten Mal die Aufnahme gehört habe – das wurde eben erst einmal wirklich aufgeführt – war ich völlig fasziniert, weil es so ein farbenreiches Stück ist also von kleinen Sololinien, die irgendwie alles über die Menschheit erzählen, von einer kleinen Violine gespielt bis zu Instrumenten, die quasi neu zusammengesetzt wurden.
00:20:08: Also es ist wirklich alles was man faszinerend finden kann an Altermusik oder neuermusik findet sich in diesem Stück.
00:20:16: Wollen wir vielleicht ein Versuch der Handlung
00:20:20: unternehmen?
00:20:21: Das können wir gerne tun, wir können das versuchen!
00:20:23: Wir werden scheitern aber es ist in Ordnung.
00:20:26: Vielleicht wollen wir es versuchen... Vielleicht macht das Scheitern ja auch unseren Publikum Lust,
00:20:33: sich das anzuschauen.
00:20:34: Absolut!
00:20:34: Ich glaube bevor wir so in diese Handlung eintauchen hilft es einmal zu verstehen woher dieses Werk kommt und zwar Tree of Coats ist ein Buch von Jonathan Suffren-Fur dass er wiederum basiert hat auf Kurzgeschichten von Bruno Schulz.
00:20:48: Bruno Schul z war ein polnisch jüdischer Autor der eigentlich Lehrer war und nebenher Geschichten geschrieben, hat sehr viele Kurzgeschichten.
00:20:57: Und es gibt eine Kurzgeschichtensammlung von ihm die heißt Street of Crocodiles.
00:21:01: Die kann ich jedem Hörer, jeder Hörerin sehr ans Herz legen.
00:21:04: Das ist wirklich eine Reise in einer Fantasiewelt wie man sie selten erlebt hat.
00:21:08: Also ganz viele Motive vom Labyrinthen Büchergeschäften
00:21:14: Marktplätze
00:21:15: Floh merkt also alles was irgendwie magisch ist findet sich in diesen Kurzgeschichte.
00:21:20: Jonathan Safonfour nimmt diese Geschichten und schneidet Dinge aus diesen Geschichten, also physisch aus.
00:21:28: diesem Geschichten werden Löcher geschnitten.
00:21:31: Und aus diesen Löchern und den Schichten die man dadurch sieht setzt sich dieses neue Buch zusammen.
00:21:38: Das war die Grundlage für Leiser Lim sich mit dem Stoff auseinanderzusetzen.
00:21:43: Es gibt so eine grobe Handlung aber es sind vor allem ganz viele unvollendete Geschichten.
00:21:50: Es sind ganz viele kurze Ausschnitte in Welten, in Geschichten, denen man folgen kann und die man wieder verliert.
00:21:57: Es gibt eine Vaterfigur, es gibt eine Figur eines Sohnes und es geht um die Beziehung dieser beiden Menschen.
00:22:05: Es geht um Leben und Tod und wie man sich durch diese Welt zurechtfindet wenn ein Mensch diese Welt verlässt Und wie eigentlich nichts diese Welt jemals verlässt, denn selbst wenn jemand stirbt und sich wieder verwandelt in was anderes sei es Asche oder Erde da enden sich die beiden Stücke vielleicht.
00:22:24: Die Idee das nicht wirklich verschwindet sondern sich verwandelt und was Neues daraus entsteht und eine Pflanze daraus entsteht.
00:22:30: Wie dann plötzlich diese Welten im Dialog treten können?
00:22:35: Ich glaube
00:22:35: Sie sind gar nicht gescheitert an der Hand.
00:22:39: Ich hoffe dass das jetzt unseren Publikum sehr viel Lust gemacht hat!
00:22:43: Wir sind ja bei der neuen Oper Wien und die neue Oper Wion heißt ja nicht so, weil sie so wahnsinnig neu ist sondern weil sie zeitgenössische Musik aufführt.
00:22:52: Das heißt wir haben es ja meistens mit Stücken zu tun, die sehr jung
00:22:56: sind.
00:22:57: Taru Geschichte
00:22:57: ist ja ein bisschen älter zumindest ist schon deutlich über zehn Jahre
00:23:03: alt.
00:23:03: das ist schon viel für die neue Opera Wien.
00:23:07: Emily Trioff Quotes ist aus dem Jahr hier aufgeführt worden.
00:23:12: Geschichte ist schon ein paar Mal gespielt worden, Tree of Coats jetzt zum zweiten mal.
00:23:16: Wenn man sich mit so einem Stück beschäftigt das erst einmal gespielt wurde kommt man nicht umhin kurzmal in zumindest fünf Retsensionen zu schauen die nach der Uraufführung online gegangen sind, im Jahr zwei Tausend Sechzehn und da muss man sich auch
00:23:31: nur fünf anschauen
00:23:32: und zu merken.
00:23:34: es wurde
00:23:34: sehr unterschiedlich aufgenommen.
00:23:36: dieses
00:23:36: Stück.
00:23:37: Viele loben eigentlich die sinnliche Klangsprache, die du hervorgehoben hast.
00:23:43: Aber viele haben ein bisschen Schwierigkeiten mit der Geschichte.
00:23:48: Beeinflusst dich das eigentlich?
00:23:50: Ich lese keine Rizensionen.
00:23:51: Weder zu anderen Werken noch zu meinem eigenen.
00:23:54: Weil ich glaube jeder Mensch darf eine Meinung... zu einem Stück haben und Dinge empfinden oder nicht empfinden, verwirrt sein oder fasziniert.
00:24:04: Aber ich möchte meinen Meinung nicht auf dieser Grundlage bilden.
00:24:08: Mein Zugang zu diesem Werk ist wichtiger als der Zugang der Menschen, die es vor zehn Jahren gesehen haben für meine eigene Arbeit.
00:24:15: Und ich trotzdem kann nicht nachvollziehen das was du nennst und beschreibst dass Menschen damit hardern eben weil es keine Narrationen gibt und wir also keine stringente logische Narration wie sie vielleicht bei Puccini oder Verdi gab.
00:24:29: Und wir leben durchaus in einer Zeit, in der wir dazu tendieren Dinge zu vereinfachen oder uns manchmal danach sehen dass eine sehr komplexe Welt hoffentlich irgendwie vereinfacht und greifbar gemacht wird.
00:24:39: Das tut dieses Stück nicht für uns.
00:24:42: Ich glaube das ist die Stärke dieses Stückes um zu akzeptieren, dass die Welt komplex ist.
00:24:48: finde ich die Kritik sehr aussagekräftig, dass Menschen mit einer Komplexität zu kämpfen haben.
00:24:53: Und trotzdem liegt mir sehr viel daran und da haben wir – es wird im Reaktor stattfinden!
00:24:58: Das ist ein ganz faszinierender wirklich toller Raum, ästhetisch aber auch akustisch – das Publikum nicht verloren.
00:25:07: in dieses Stück zu schicken oder dass das Publikum verloren aus diesem Werk rausgeht, sondern die Menschen dazu ermutigen, dass es in Ordnung ist wenn man an Teil auch nicht vollkommen mit seinen Hirn verstehen kann.
00:25:18: Ich glaube da liegt eine große Kraft dieses Werks und von Theater überhaupt, dass wir nicht immer alles kognitiv intelligent verstehen muss, auch wenn wir irgendwie darauf getrimmt sind, sondern einfach mal zulassen darf, dass ein das berührt oder verwirrt.
00:25:30: Danke
00:25:31: übrigens für das Stichwort Reaktor!
00:25:33: Wir spielen ja im Reaktur.
00:25:34: Wie geht dir mit Euren Spielstätten
00:25:37: um?
00:25:38: Also wir hatten die Bühnenbegehung letztes Jahr und ich habe gesehen, also dieser Raum ist ein wunderschöner Vortragssaal mit richtig schönen Holzvertefelungen an den Wänden.
00:25:56: Und diese Ort ist eigentlich perfekt für der Stückdie Geschichte weil es gibt auf der Seite auch so... wie nennt man das?
00:26:05: Traversen oder was ist das?
00:26:07: Wie nennt man es denn?
00:26:08: Annen, einfach eine Abgrenzung.
00:26:11: Und das passt sofort zu einer Gerichtszene.
00:26:15: also die Bühnenbildnerin Vanessa Pressel und ich haben gesagt wir nehmen den Raum benutzen ihn genauso wie er ist.
00:26:23: Es gibt auch ein Riesenprojektionsfläche und das erinnert gleich an eine Schultafel und das werden wir auch für diese Schulszene benutzen.
00:26:34: Und also ich war begeistert, wie ich diesen Raum gesehen habe.
00:26:39: Das ging mir beim Reaktor nicht anders.
00:26:40: Wir hatten auch letztes Jahr irgendwann die Begehung und dieser Raum ist in meinen Augen einer der schönsten... Aufführungsorte, nicht nur dieser Stadt sondern dieses Landes und Europas.
00:26:50: Also wer noch nicht im Reaktor war kommen sie zu Tree of Coats oder irgendeine anderen Veranstaltung.
00:26:55: in diesem Raum ist es wirklich wert gesehen zu werden.
00:26:57: Das Besondere ist aber dass man ihn nur sehr schwierig bespielen kann weil das ein so nicht fragiler Raum ist.
00:27:06: sehr vorsichtig sein, man kann nichts an die Wand lehnen.
00:27:09: Man muss Theater wirklich anders denken als man das in einer Guckastenbühne machen würde was für dieses Stück hervorragend ist.
00:27:16: und gemeinsam mit meiner Ausstattlerin Emma Gaudiano versuchen wir wirklich das gesamte Gebäude zu bespielen.
00:27:21: es gibt einen sehr großen Raum in dem auch die hauptsächliche Aufführung stattfindet aber es gibt auch ein altes Kino und eine alte Bibliothek die auch ihren Weg in einige Filme gefunden hat und wir werden auf jeden Fall versuchen all diese Räume zu nutzen.
00:27:36: Emily Gitaro, ich glaube wir haben sehr viel über euch gesprochen.
00:27:41: Danke für eure Einblicke.
00:27:42: ein bisschen auch über die Stücke.
00:27:44: Ich freue mich auf vertiefende Folgen
00:27:47: mit euch.
00:27:48: Es faszinierend zu hören wie unterschiedlich
00:27:50: die Stücken
00:27:51: sind Wie unterschiedlich aber auch eure Zugänge sind.
00:27:54: Auch sein müssen, glaube ich Mit diesen unterschiedlichen Stücken Ausgastrasenhäus Geschichte, ein Stück wirklich in
00:28:02: Fragmenten
00:28:04: Perspektivwechsel, Kammermusik aber ohne Orchester am sechzehnten September im Markt und Leiser Lims Tree of Codes.
00:28:12: Ein sehr poetisches Musiktheater ein vielleicht nicht logisches Aber auf jeden Fall Lust
00:28:19: machen das.
00:28:20: Musiktheate eben wie das Buch aus dem man paar Sachen rausgeschnitten hat.
00:28:25: Am einund dreißigsten Oktober im Reaktor.
00:28:28: Ich glaube beide Abende zeigen wie unterschiedlich man doch Schichten freilegen kann, was ja das Motto dieses Jahres ist.
00:28:36: Vielleicht kann man Schichten manchmal freilegend durch etwas, was fehlt?
00:28:40: Durch etwas, dass sich überlagert vielleicht auch durch etwas was sich verwandelt.
00:28:45: Danke liebes Publikum, dass Sie mit uns diesen ersten Einblick hinter die Kulissen gewagt haben und ich sage auf Wiederhören bei den Klangreisen dem Podcast der neuen Oper Wien.
Neuer Kommentar